USA sanktionieren acht kanadische Krypto-Wechselstuben
Das US-Finanzministerium hat acht kanadische Wechselstuben sanktioniert, die Rial gegen Kryptowerte tauschen. Nach Darstellung der OFAC bewegten sie Geld für Irans Regime und Revolutionsgarden, einige auch Drogengeld; geprüft hat die Vorwürfe kein Gericht.
Das US-Finanzministerium hat acht Wechselstuben aus Kanada auf seine Sanktionsliste gesetzt, die iranische Rial gegen Kryptowerte tauschen. Nach Darstellung der Sanktionsbehörde OFAC haben sie Geld für das iranische Regime und dessen Revolutionsgarden bewegt, einige auch Drogengeld. Die Vorwürfe stammen aus der Mitteilung des Ministeriums; ein Gericht hat sie nicht geprüft.
Betroffen sind Firmen aus Ontario und British Columbia, die in Kanada als Finanzdienstleister registriert sind: Million Exchange, die beiden Betreiber von Amin Exchange in Vancouver und Toronto, NIA Nations Currency, Farah Exchange, Darvish Exchange sowie CCC Inc und B Galaxy, die gemeinsam als Cryptoyal auftreten. Sechs von ihnen nennen Adressen an der Yonge Street. Laut der Mitteilung vom 6. November haben Adressen dieser Wechselstuben mit den bereits sanktionierten iranischen Börsen Nobitex, Wallex, Ramzinex, Bitpin, Aban Tether und Shelbit gehandelt, einige auch mit Adressen der Revolutionsgarden IRGC. Darvish Exchange warb nach Angaben der Behörde offen damit, Bitcoin gegen Rial zu tauschen.
“Canada cannot be a safe haven for illicit financial facilitators that provide sanctions evasion services to the Iranian regime and its proxies”, sagte Finanzminister Scott Bessent. Sinngemäß: Kanada dürfe kein sicherer Hafen für Helfer sein, die dem iranischen Regime und seinen Verbündeten beim Umgehen von Sanktionen helfen.
Mehrere der Firmen haben laut OFAC Namen und Adresse gewechselt, um nicht aufzufallen.
Ein Teil der Wechselstuben arbeitete nach der Darstellung auch für Ryan Wedding, einen früheren Olympia-Snowboarder, den die USA als Drogenhändler sanktioniert haben und der im Januar 2026 festgenommen wurde. Kuriere brachten Bargeld aus dem Drogenverkauf zu Wechselstuben in Vancouver und Toronto, die es in Kryptowerte umwandelten und ins Ausland schickten. Farah Exchange soll Kryptowerte in Millionenhöhe an Adressen geschickt haben, die Wedding zugeordnet werden. Abgestimmt war die Maßnahme mit der US-Geldwäschebehörde FinCEN, der Drogenbehörde DEA und Kanadas Meldestelle FINTRAC.
Am selben Tag hatte FinCEN die Börse MEXC vom US-Finanzsystem abgeschnitten, unter anderem wegen Geldflüssen nach Iran; beides gehört zur Kampagne “Operation Economic Outcast”, mit der das Ministerium seit August Irans Zahlungswege angreift.
Alle Vermögenswerte der acht Firmen, die in den USA liegen oder von US-Personen kontrolliert werden, sind damit gesperrt, und US-Bürger und -Unternehmen dürfen keine Geschäfte mehr mit ihnen machen. In der Sanktionsliste stehen zu vier der Firmen sechs Wallet-Adressen, alle im Tron-Netz. Ausländischen Banken und Börsen droht OFAC mit Sekundärsanktionen nach der Iran-Verordnung 13902, wenn sie weiter mit den Gelisteten handeln. Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten die US-Sanktionen nicht unmittelbar; die Wechselstuben richten sich nach Darstellung der OFAC an Kunden, die Geld zwischen Iran und Kanada bewegen.
Es ist die dritte Krypto-Maßnahme des Ministeriums binnen zwei Tagen, nachdem es am 5. November bereits 45 Helfer der Prince Group gelistet hatte. Welche Summen in den USA tatsächlich gesperrt sind, nennt es in keinem der Fälle.
Kryptowährungen sind sehr schwankungsanfällig. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.




