Die Auszahlung von Gewinnen beim Münchener Broker Scalable Capital funktioniert digital und unkompliziert über den Kundenbereich. Verkaufserlöse stehen jedoch erst nach zwei bis drei Bankarbeitstagen zur Verfügung, da Wertpapiergeschäfte nach dem standardisierten Settlement-Verfahren abgewickelt werden. Gebühren fallen für normale SEPA-Überweisungen nicht an, lediglich bei Sofortüberweisungen per Instant Payment wird eine prozentuale Gebühr erhoben.
Auszahlungsmöglichkeiten bei Scalable Capital
Die Auszahlung bei Scalable Capital erfolgt ausschließlich über den digitalen Kundenbereich in der Smartphone-App oder im Browser. Kunden können unter dem Menüpunkt “Zahlungen” jederzeit eine Auszahlung auf ihr hinterlegtes Referenzkonto beauftragen. Das Referenzkonto muss dabei zwingend auf den eigenen Namen lauten und bei einer Bank im SEPA-Raum geführt werden.
Die Auszahlung wird per SEPA-Überweisung auf das Girokonto überwiesen, das bei der Kontoeröffnung als Referenzkonto angegeben wurde. Spar- oder Tagesgeldkonten sind als Referenzkonten nicht zulässig. Bei Gemeinschaftskonten muss sichergestellt sein, dass der Scalable Capital Kunde als wirtschaftlich Berechtigter eingetragen ist.
Bearbeitungszeiten und Settlement-Verfahren
Die Bearbeitungszeit für Auszahlungen hängt maßgeblich davon ab, ob es sich um verfügbares Guthaben oder um Verkaufserlöse handelt. Erlöse ausgeführter Verkäufe können direkt wieder zum Kauf von Wertpapieren genutzt werden, zur Auszahlung stehen sie aber erst zur Verfügung, wenn die Trades durch die Depotbank gebucht wurden.
Das liegt am standardisierten Settlement-Verfahren, bei dem Wertpapiertransaktionen erst zwei Handelstage, nachdem der Trade an der Börse zustande kam, tatsächlich gebucht werden. Dieses T+2-Verfahren ist branchenüblich und keine Besonderheit von Scalable Capital.
| Auszahlungstyp | Verfügbarkeit | Bearbeitungsdauer |
|---|---|---|
| Verfügbares Guthaben | Sofort | 1 Bankarbeitstag |
| Verkaufserlöse | Nach T+2 | 2-3 Bankarbeitstage |
| Dividendenerträge | Nach Verbuchung | 3-5 Bankarbeitstage |
Gebührenstruktur bei Auszahlungen
Scalable Capital erhebt für normale Auszahlungen per SEPA-Überweisung keine Gebühren. Für Auszahlungen von eurem Verrechnungskonto auf das Referenzkonto fallen keine Kosten an. Dies gilt sowohl für das kostenlose Free Broker Modell als auch für den kostenpflichtigen Prime+ Broker.
Anders verhält es sich bei Sofortüberweisungen per Instant Payment. Hier fallen prozentuale Gebühren an: 0,99 Prozent beim Free Broker und 0,69 Prozent beim Prime+ Broker, allerdings nur bis zu einem Betrag von 5.000 Euro. Alles darüber ist kostenlos.
Kosteneinsparung durch richtiges Timing
Um Kosten zu vermeiden, sollten Auszahlungen möglichst am frühen Vormittag beantragt werden. Dadurch kann Scalable Capital die Überweisung noch am selben Bankarbeitstag veranlassen. Auszahlungsanträge nach Geschäftsschluss werden erst am nächsten Bankarbeitstag bearbeitet.
Unterschiede zwischen den Scalable Capital Produkten
Scalable Capital bietet mittlerweile zwei verschiedene Depot-Infrastrukturen an: das klassische Baader Bank Depot und das neue Scalable Depot mit Direktanbindung an die Deutsche Bank. Diese Unterscheidung wirkt sich auch auf Auszahlungen aus.
Beim Baader Bank Depot werden Auszahlungen über die Baader Bank AG als Depotbank abgewickelt. Die Kombi Scalable Capital/Baader Bank ist langsam, wie Nutzererfahrungen zeigen. Ein zusätzlicher Bearbeitungstag ist dabei durchaus üblich.
Das neue Scalable Depot mit direkter Deutsche Bank Anbindung verspricht schnellere Abwicklungszeiten. Bestandskunden werden im vierten Quartal automatisch auf die neue Infrastruktur migriert, sofern sie der neuen Geschäftsordnung zustimmen.
Steuerliche Aspekte bei Auszahlungen
Bei Verkaufserlösen werden automatisch Beträge für die Abgeltungssteuer einbehalten, falls Gewinne realisiert wurden. Beim Veräußern von Anteilen werden immer Beträge aus Steuergründen blockiert. Diese Steuervorhaltung kann dazu führen, dass weniger Geld zur Auszahlung verfügbar ist als erwartet.
Scalable Capital führt die Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer automatisch ab. Durch einen rechtzeitig eingerichteten Freistellungsauftrag können Gewinne bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei vereinnahmt werden.
Tipps für optimale Auszahlungsabwicklung
Für eine reibungslose Auszahlung sollten verschiedene Faktoren beachtet werden. Verkaufsaufträge sollten rechtzeitig erteilt werden, wenn das Geld zu einem bestimmten Termin benötigt wird. Die Wartezeit durch das Settlement-Verfahren muss in die Planung einbezogen werden.
Die Kontodaten des Referenzkontos sollten regelmäßig überprüft und bei Änderungen rechtzeitig aktualisiert werden. Fehlerhafte IBAN-Angaben können zu Verzögerungen oder sogar zu Rückbuchungen führen.
Bei größeren Auszahlungsbeträgen kann es sinnvoll sein, diese auf mehrere Tranchen aufzuteilen, um eventuelle technische Probleme zu minimieren. Wer regelmäßig Gewinne realisiert, sollte einen Freistellungsauftrag einrichten, um unnötige Steuervorhaltungen zu vermeiden.
Fazit: Auszahlungen bei Scalable Capital funktionieren zuverlässig
Die Auszahlung von Gewinnen bei Scalable Capital läuft nach standardisierten Verfahren ab und ist für normale SEPA-Überweisungen kostenfrei. Die größte Herausforderung liegt in den Wartezeiten durch das Settlement-Verfahren, das zwei bis drei Bankarbeitstage in Anspruch nimmt.
Wer die Bearbeitungszeiten bei der Finanzplanung berücksichtigt und Verkaufsaufträge rechtzeitig erteilt, kann problemlos über seine Gewinne verfügen. Die Migration auf die neue Depot-Infrastruktur mit Deutsche Bank Anbindung verspricht künftig noch schnellere Abwicklungszeiten.
Scalable Capital entwickelt sich kontinuierlich weiter und optimiert seine Prozesse. Mit über einer Million Kunden gehört der Münchener Broker zu den etablierten Anbietern am deutschen Markt und bietet eine verlässliche Infrastruktur für die Verwaltung und Auszahlung von Anlegergeldern.



























