Strategy will die Dividenden seiner vier in den USA notierten Vorzugsaktien künftig für jeden Kalendertag berechnen und an jedem Geschäftstag auszahlen. Beschlossen ist das noch nicht: Die Stammaktionäre stimmen am 28. Oktober ab, die Dividendensätze sollen gleich bleiben.
Wer heute eine Vorzugsaktie STRC von Strategy hält, bekommt zweimal im Monat 50 Cent Dividende, zum 15. und zum Monatsletzten. Nach dem Plan des Unternehmens wären es ab November rund 3,3 Cent für jeden Kalendertag, auch für Samstage, Sonntage und Feiertage. Am Jahresende stünde dieselbe Summe: 12 Dollar je Aktie bei einem Nennwert von 100 Dollar.
Der Verwaltungsrat hat den Antrag am 24. September gebilligt und in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC gemeldet. Betroffen sind die Vorzugsaktien STRF, STRC, STRK und STRD, über die Strategy einen Teil seiner Bitcoin-Käufe finanziert.
Für jeden Kalendertag gäbe es einen eigenen Stichtag, gezahlt würde am folgenden Geschäftstag. Die erste tägliche Zahlung für STRC ist für den 2. November vorgesehen, für die übrigen drei Papiere für den 4. Januar 2027. An den Sätzen ändert sich laut der Einreichung bei der SEC nichts: STRF und STRD bleiben bei 10 Prozent, STRK bei 8 Prozent, STRC bei derzeit 12 Prozent. Auch die Gesamtsumme der Dividenden, die Strategy schuldet, soll unverändert bleiben.
Abstimmen dürfen nur die Stammaktionäre, nicht die Inhaber der Vorzugsaktien.
Strategy will STRC wieder an die 100 Dollar heranführen
Der Umbau zielt vor allem auf STRC. Strategy will das Papier nach dem Stimmrechtsdokument an oder nahe seinem Nennwert von 100 Dollar halten; nach Angaben von CoinDesk notiert es seit Mai darunter, zuletzt bei rund 98,65 Dollar. Der Verwaltungsrat begründet die tägliche Zahlung damit, dass sich zwischen zwei Terminen weniger aufgelaufene Dividende im Kurs ansammle.
Konzernchef Phong Le rechnete nach einem Bericht von Decrypt vor, dass STRC bei monatlicher Zahlung vor dem Stichtag im Schnitt um rund 0,49 Prozent nachgab, seit dem Wechsel auf zwei Zahlungen im Monat im Juni nur noch um rund 0,36 Prozent. Verwaltungsratschef Michael Saylor schrieb auf X: “The higher the frequency of those adjustments, the lower the volatility of the instrument.” (Je häufiger diese Anpassungen, desto geringer die Schwankung des Papiers.)
Eine Zusage macht das Unternehmen nicht. “There can be no assurance that the Dividend Amendments will result in increased liquidity, enhanced trading or any other anticipated benefit”, heißt es im Stimmrechtsdokument, also keine Gewähr für mehr Handel oder einen der anderen erhofften Vorteile. Für die Annahme braucht es die Mehrheit der Stimmrechte aller Stammaktien; Saylor allein kontrolliert über seine Aktien der Klasse B rund 32,9 Prozent davon.
Mit dem eingesammelten Kapital kauft Strategy Bitcoin und hielt nach seiner Meldung vom 21. September 846.000 Bitcoin. Bitcoin kostete am Freitagnachmittag 83.638 US-Dollar (73.356 Euro), 1,3 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor (Quelle: CoinGecko, Stand 25.09.2026, 16:29 Uhr MESZ).
Die Euro-Vorzugsaktie STRE bleibt beim Quartalsrhythmus
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist ein fünftes Papier interessant, das in dem Antrag fehlt. Die auf Euro lautende Vorzugsaktie STRE, notiert an der Euro MTF der Luxemburger Börse, zahlt weiter vierteljährlich 2,50 Euro je Aktie, also 10 Prozent auf den Nennwert von 100 Euro. Mitte September waren nach dem Stimmrechtsdokument 7,75 Millionen STRE-Aktien im Umlauf, von den US-Papieren ist nur bei diesen vier die Rede.
Wer STRC oder eine der anderen drei US-Vorzugsaktien hält, bekäme bei einer Annahme dieselbe Jahresdividende, nur in kleinen Beträgen an jedem Geschäftstag. Die Stammaktie ist von dem Antrag nicht berührt; die Abwägung zwischen einem direkten Bitcoin-Kauf und der Strategy-Aktie bleibt dieselbe.
Die Sonderversammlung beginnt am 28. Oktober um 10 Uhr New Yorker Zeit, in Deutschland ist es dann 15 Uhr.
Bitcoin lässt sich unter anderem bei Bitpanda handeln. Weitere Handelsplätze stehen im Krypto-Börsen Vergleich.


























