Chainalysis hat seinen Index zur weltweiten Krypto-Nutzung mit einer neuen Methode berechnet: Brasilien steht vorn, Deutschland auf Platz 13. Die Auswertung zeigt auch, warum die Aktivität auf den Blockchains trotz halbierter Marktkapitalisierung kaum geschrumpft ist. Das Blockchain-Analyseunternehmen veröffentlichte die siebte Ausgabe seines Global Crypto Adoption Index am 23. September. Sie deckt die zwölf Monate vom 1. Juli 2025 bis zum 30. Juni 2026 ab, in denen die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen nach Angaben von Chainalysis um rund 50 Prozent oder 2,1 Billionen US-Dollar fiel. Die Aktivität auf den Ketten ging im selben Zeitraum nur um 1,6 Prozent zurück, von 9,5 auf 9,4 Billionen Dollar. Den Unterschied erklären vor allem Stablecoins.
Chainalysis misst die Nutzung jetzt mit vier Teilwerten
Der Index verbindet vier Größen: Zuflüsse an Börsen, DeFi-Protokolle und andere Dienste, Überweisungen zwischen privaten Wallets innerhalb eines Landes, Überweisungen über Landesgrenzen und die Bestände auf der Kette. Alle Werte werden nach Kaufkraft gewichtet; 117 Länder erfüllten die Datenanforderungen. Weil der Gesamtwert das geometrische Mittel der vier Teilwerte ist, reicht eine Spitzenposition in nur einer Größe für einen vorderen Rang nicht aus. Dienste ordnet Chainalysis den Ländern über den Anteil ihrer Website-Besucher zu, eine Näherung, die das Unternehmen selbst als unvollkommen bezeichnet. So kommt Brasilien auf Platz 1, ohne einen einzigen Teilwert anzuführen. Es folgen die USA, Nigeria, Japan und Südkorea.
Stablecoins tragen einen immer größeren Teil der Überweisungen
Grenzüberschreitende Stablecoin-Überweisungen stiegen um 77,5 Prozent auf 220,3 Milliarden Dollar, im Schnitt ging es um rund 3.000 Dollar je Überweisung. Überweisungen zwischen privaten Wallets innerhalb eines Landes wuchsen um 302,9 Prozent auf 228,7 Milliarden Dollar und bestehen inzwischen zu 96 Prozent aus Stablecoins. Die Zuflüsse an Börsen und andere Dienste fielen dagegen um 4,3 Prozent auf 8,9 Billionen Dollar. Philip Gradwell, bei Tether als Vizepräsident für Wirtschaftsfragen tätig, sagte Chainalysis: “Activity has become consistent, routed through wallets in a steady rhythm rather than in bursts.” Die Aktivität laufe gleichmäßig über Wallets statt in Schüben, und das sei das Kennzeichen von Handel und Geschäft, nicht von Spekulation. Tether gibt mit USDT den größten Stablecoin heraus.
Deutschland liegt bei den Beständen auf Platz 5, bei Überweisungen auf Platz 15
Aus der EU schafft es nur Deutschland unter die ersten 20. In den Teilwerten liegt es bei den Beständen auf der Kette auf Platz 5, bei den Zuflüssen an Dienste auf Platz 12 und bei Überweisungen im Inland wie über die Grenze jeweils auf Platz 15. Einen Vergleich mit dem Rang des Vorjahres liefert die Auswertung wegen der neuen Methode nicht. An Kosten oder Rechtslage für Anleger ändert die Rangliste nichts. Sie zeigt aber, wo die Nutzung wächst: bei Stablecoins, die Kryptodienstleister in der EU seit der MiCA-Verordnung nur noch von zugelassenen Emittenten anbieten dürfen. Tether hat für USDT keine solche Zulassung beantragt; Coinbase und Revolut etwa haben den Stablecoin für Kunden in der EU aus dem Angebot genommen. Wie Gewinne aus Kryptowerten in Deutschland versteuert werden, erklärt unser Ratgeber zur Krypto-Steuer. Die Kapitel zu den einzelnen Regionen veröffentlicht Chainalysis nach und nach; erschienen ist bisher nur das zu Lateinamerika.
Börsengehandelte Krypto-Produkte lassen sich unter anderem bei Scalable Capital handeln. Weitere Handelsplätze stehen im Krypto-Börsen Vergleich.


























