Binance stellt seinen Mining-Pool samt Cloud Mining und Pool Savings ein: Am 10. November um 8:00 Uhr MEZ trennt die Börse alle angeschlossenen Miner. Wer seine Rechenleistung dorthin schickt, muss die Geräte vorher auf einen anderen Pool umstellen. Einen konkreten Grund nennt Binance nicht.
Die Börse hat die Schließung am Dienstag in einer Mitteilung angekündigt; neben Binance Pool enden das Sparprodukt Pool Savings, das Cloud Mining, der Transaction Accelerator sowie Hashrate-Alarme über Telegram, E-Mail-Hinweise und die Programmierschnittstelle des Pools. Als Begründung steht dort nur ein Satz: “As part of our ongoing review of products and services, Binance will discontinue Binance Pool and related services”, die Schließung folgt also einer laufenden Überprüfung des Angebots.
Miner müssen ihre Geräte auf einen anderen Pool umstellen
Ein Mining-Pool bündelt die Rechenleistung vieler Miner, findet gemeinsam Blöcke und verteilt die Belohnung nach dem Anteil jedes Teilnehmers. Für den einzelnen Betreiber heißt das regelmäßige kleine Auszahlungen statt des seltenen Glückstreffers, allein einen ganzen Block zu finden. Binance betreibt einen solchen Pool seit April 2020.
Ab dem Stichtag nimmt Binance keine Rechenleistung mehr an. Die Stratum-Adressen, über die Mining-Geräte mit dem Pool kommunizieren, werden abgeschaltet, und Anteile, die danach eintreffen, werden nicht mehr gutgeschrieben. Wer nicht rechtzeitig umstellt, lässt seine Geräte ins Leere rechnen. Bis dahin soll der Pool nach Angaben der Börse normal weiterlaufen.
Für die verbleibenden Wochen nennt Binance vier Schritte:
- Mining-Geräte bis 10. November, 8:00 Uhr MEZ, auf einen anderen Pool umstellen
- Positionen in Pool Savings kündigen oder einlösen
- Identitätsprüfung und andere offene Kontoschritte bis zum Ende des 10. November (23:59 Uhr UTC) abschließen, damit Restguthaben ausgezahlt werden können
- Abrechnungen, Berichte und Auszahlungsbelege herunterladen
Offene Belohnungen, Guthaben und Erstattungen will die Börse nach dem Stichtag abrechnen. Das steht allerdings unter dem Vorbehalt ihrer Produktregeln, des Kontostatus und von Compliance-Prüfungen.
Binance hat im Bitcoin-Mining an Gewicht verloren
Für das Bitcoin-Netz ist der Abschied kein großer Einschnitt. Nach Daten von mempool.space fand Binance Pool im zurückliegenden Monat 47 von 4.421 Blöcken, rund 1,1 Prozent, und lag damit auf Rang 13. Über zwölf Monate waren es noch 1.080 von 52.380 Blöcken oder 2,1 Prozent. Weit vorn liegen Foundry USA mit gut einem Viertel und AntPool mit knapp 21 Prozent der Blöcke des letzten Monats.
Die Geräte der Binance-Kunden fallen mit der Schließung nicht weg, sie rechnen künftig nur für einen anderen Pool. Unter Druck stehen die Miner ohnehin, seit ein Teil der Rechenleistung dauerhaft in KI-Rechenzentren abwandert.
Wer bei Binance Cloud Mining gebucht hat, also Rechenleistung mietet, statt eigene Geräte zu betreiben, erhält nach dem 10. November keine neuen Erträge mehr. Was mit laufenden Verträgen geschieht, regeln nach der Mitteilung die jeweiligen Produktbedingungen. Andere Ertragsprodukte baut Binance dagegen aus, zuletzt mit Anleihen-ETFs im Earn-Bereich. Einen Ersatz für das Mining-Angebot nennt die Börse nicht.
Die Pool-Seiten verschwinden am 24. November um 8:00 Uhr MEZ endgültig von der Binance-Webseite.
Wer am Bitcoin-Kurs teilhaben will, ohne Rechenleistung zu mieten, kann börsengehandelte Bitcoin-ETPs zum Beispiel über Scalable Capital ins Wertpapierdepot legen.


























