Blur, einst der größte NFT-Marktplatz auf Ethereum, schaltet am 12. November seine Webseite blur.io ab. Die Smart Contracts des Marktplatzes sollen nach Angaben des Projekts weiterlaufen, es endet nur der Zugang über die eigene Oberfläche. Der Token BLUR verlor binnen 24 Stunden gut ein Drittel seines Werts.
Blur kündigte die Abschaltung am Montagabend in einem Beitrag auf X an. “The Blur marketplace protocol will remain operational on-chain, and $BLUR will continue to control its fee switch”, heißt es dort: Das Handelsprotokoll bleibt auf der Blockchain nutzbar, und die Inhaber des Tokens entscheiden weiter darüber, ob es Gebühren erhebt.
Am selben Tag stellt Blend, die Kreditplattform von Blur, die Vermittlung neuer NFT-Kredite ein.
Wer dort einen Kredit mit einem NFT als Pfand aufgenommen hat, muss ihn bis zum 12. November zurückzahlen oder ausfallen lassen. Für die Zeit danach kündigt Blur ein eigenes Werkzeug an, mit dem Nutzer ihre Guthaben aus Blend abziehen können. Zugleich warnt das Projekt vor gefälschten Ankündigungen, das einzige offizielle Konto sei @blur_io.
Blur hat fast seinen gesamten Handel verloren
Im März 2023 lag das Monatsvolumen von Blur nach Daten von DefiLlama, die CoinDesk zitiert, bei rund 1,43 Milliarden Dollar. Der Marktplatz wickelte damals mehr als 70 Prozent des NFT-Handels auf Ethereum ab. Seither ist sein Volumen um mehr als 99 Prozent eingebrochen. Geschrumpft ist auch der Gesamtmarkt: Nach Zahlen von CryptoSlam, die Decrypt nennt, wurden im September weltweit NFTs für 167,2 Millionen Dollar verkauft, nach 554,8 Millionen ein Jahr zuvor.
Der Rückzug folgt kurz auf das Ende von Blast. Das vom selben Gründer aufgebaute Ethereum-Netz wird abgeschaltet, Auszahlungen über die gewohnte Oberfläche sind bis 26. Oktober möglich.
BLUR liegt 99,8 Prozent unter seinem Rekord
Der Token BLUR kostete am Dienstag um 13:32 Uhr MESZ rund 1,2 US-Cent, 35,5 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor. Sein Rekordhoch von 5,02 Dollar erreichte er am 14. Februar 2023, dem Tag seiner Ausgabe. Quelle: CoinGecko
Wer BLUR hält, besitzt damit vor allem ein Stimmrecht über die Gebühren eines Marktplatzes, der bald keine eigene Webseite mehr hat.
NFTs, die über Blur gehandelt wurden, liegen weiter in der Wallet ihrer Besitzer, weil der Marktplatz sie nie verwahrt hat. Anders ist es bei Ether, das Nutzer für Gebote oder Kredite im sogenannten Blur Pool hinterlegt haben: Es liegt in einem Smart Contract des Projekts. Ob das angekündigte Werkzeug auch dafür gedacht ist, sagt Blur in seinem Beitrag nicht. Wie Ethereum und seine Smart Contracts funktionieren, erklärt unser Beitrag Was ist Ethereum?
Bis zum 12. November bleibt blur.io noch erreichbar.
Gehandelt wurde auf Blur in Ether; die Kryptowährung selbst lässt sich unter anderem bei Bitpanda kaufen und verwahren.


























