Bei Scalable Capital richtet sich der Preis einer Order nach dem Handelsplatz: 0,99 Euro an der European Investor Exchange, bis zu 1,99 Euro an gettex und Xetra, mit dem Abo PRIME+ an der EIX bei Orders ab 250 Euro gar nichts. Sparpläne laufen in jedem Modell ohne Ordergebühr. Bei Krypto-ETPs, Fonds, Anleihen und Derivaten kommen prozentuale Aufschläge hinzu, die das Preisverzeichnis einzeln aufführt. Stand: Oktober 2026.
Die Entgelte stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis der Scalable Capital Bank, das seit 1. September 2026 gilt. Dieser Ratgeber sortiert sie nach dem, was Anleger beim Investieren wirklich wissen wollen: Was kostet ein Kauf von Aktien, was ein Verkauf, was ein Sparplan, und wo tauchen Posten auf, die in der Ordermaske nicht als Entgelt erscheinen.
Alle Angaben gelten für den Scalable Capital Broker, also das Depot zum selbst Handeln, nicht für die Vermögensverwaltung. Was das Abo und ein ganzes Jahr Handel kosten, rechnet unser Beitrag Scalable Capital Kosten durch.
Ordergebühren beim Scalable Broker je Handelsplatz

Quelle: Entgeltverzeichnis der Scalable Capital Bank, Fassung September 2026, Abfrage vom 5. Oktober 2026
Der Scalable Broker leitet Orders standardmäßig an drei Handelsplätze, und jeder hat seinen eigenen Preis. Die European Investor Exchange, kurz EIX, ist eine Handelsplattform der Börse Hannover. Dort erhebt laut EIX weder die Börse noch einer der Market Maker ein eigenes Entgelt, es bleibt nur die Gebühr des Brokers: 0,99 Euro im FREE Broker. Kunden mit PRIME+ zahlen ab 250 Euro Ordervolumen 0 Euro, darunter ebenfalls 0,99 Euro.
gettex gehört zur Börse München, Xetra zur Deutschen Börse in Frankfurt. Für beide nennt das Verzeichnis “bis zu 1,99 EUR” pro Auftrag, unabhängig vom Preismodell. Das Hilfe-Center bestätigt, dass der Betrag auch mit Abo gilt. Unterschiede gibt es bei den Zeiten: An gettex läuft der Handel an Börsentagen ab 7:30 bis 23:00 Uhr, an Xetra nur von 9:00 bis 17:30 Uhr.
Den Preis in der App vor der Order prüfen
Die Scalable Capital App zeigt jede Gebühr, bevor ein Auftrag die Börse erreicht. Schritt für Schritt sieht das so aus:
- Wertpapier öffnen: Aktie, ETF oder ETP in der App suchen und Kaufen oder Verkaufen wählen.
- Handelsplatz antippen: Ein Tipp auf den Namen der Börse listet alle verfügbaren Plätze mit ihren Entgelten.
- Kosteninformation lesen: Vor dem Absenden fasst die App alle Posten des konkreten Auftrags zusammen.
Wer eine Order wieder storniert, solange sie nicht ausgeführt ist, zahlt dafür nichts. Auch Teilausführungen kosten laut Scalable nichts extra.
Ob Limit Order, Stop-Loss Order oder Market Order beim Verkauf: Der Ordertyp ändert den Preis nicht. Maßgeblich sind allein Handelsplatz, Volumen und Wertpapierart.
PRIME ETFs: Aktien-ETFs kaufen ohne Ordergebühr
Mit den Partnern Amundi, iShares, Vanguard und Xtrackers hat Scalable eine Sonderkondition vereinbart. Erkennbar sind ihre ETFs und ETCs am goldenen P in der App. Wer sie über die EIX mit mindestens 250 Euro kauft, zahlt auch ohne Abo keine Ordergebühr. Abonnenten zahlen ab dieser Schwelle ohnehin für alle Wertpapiere nichts.
Beim Verkauf greift die Ausnahme nicht, ohne Abo kostet er 0,99 Euro. Für Anleger, die über Jahre kaufen und selten verkaufen, fällt dieser Unterschied kaum ins Gewicht.
Entgelte nach Wertpapierarten
Je nach Wertpapierart kommen zur Ordergebühr Aufschläge hinzu, die Scalable im Preisverzeichnis getrennt ausweist. Die folgende Übersicht zeigt die Einzelorder an der EIX, Stand September 2026:
| Wertpapierart | ohne Abo | mit PRIME+ | zusätzlich |
|---|---|---|---|
| Aktien, ETFs, ETCs | 0,99 € | 0 € ab 250 € Volumen, darunter 0,99 € | Spread, Produktkosten |
| Krypto-ETPs | 0,99 € | 0 € ab 250 € Volumen, darunter 0,99 € | Aufschlag 0,99 % bzw. 0,69 % |
| Fonds ohne ETFs | 0,99 € | 0 € ab 250 € Volumen, darunter 0,99 € | Aufschlag bis zu 5 % |
| Anleihen | 0,99 € | 0 € ab 250 € Volumen, darunter 0,99 € | Aufschlag bis zu 5 % |
| Derivate mit P-Kennzeichen | 0,99 € | 0 € ab 250 € Volumen, darunter 0,99 € | gilt auch an gettex |
Für Derivate ohne Kennzeichnung erlaubt das Verzeichnis bis zu 9,99 Euro je Auftrag plus bis zu 0,99 Prozent Aufschlag. Zu den begünstigten Derivaten zählen Produkte von BNP Paribas, Goldman Sachs, HSBC, Morgan Stanley, Société Générale, UniCredit und Vontobel. Bei ELTIFs berechnet Scalable bis zu 5 Prozent beim Kauf und bis zu 2 Prozent des Nettoinventarwerts im Jahr. Anleihen von Goldman Sachs handelt Scalable bis auf Weiteres ohne Aufschlag.
Kryptowährungen nur als ETPs
Kryptowährungen gibt es bei Scalable Capital ausschließlich als börsengehandelte Wertpapiere, die einen Coin abbilden. Neben der Ordergebühr fällt ein Aufschlag von 0,99 Prozent ohne Abo und 0,69 Prozent mit Abo an, dazu laufende Produktkosten des Emittenten. Bei einer Order über 1.000 Euro sind das ohne Abo 9,90 Euro Aufschlag plus 0,99 Euro Ordergebühr.
ETF Sparpläne ohne Ordergebühr
Für ETF Sparpläne verlangt Scalable Capital in keinem Modell eine Ordergebühr. Das Preisverzeichnis setzt jede Sparplanausführung und jede automatische Wiederanlage mit 0,00 Euro an, für Aktien, ETFs, ETCs und sonstige ETPs. Die kleinste Sparrate liegt bei 1 Euro, über 2.700 ETFs stehen zur Auswahl, dazu rund 4.500 Aktien.
Sparer zahlen trotzdem nicht in jedem Fall null. Krypto-ETPs behalten bei Sparplänen ihren Aufschlag, Fonds und Anleihen können bis zu 5 Prozent tragen. Bei breiten Index-ETFs im Portfolio bleiben nur die Produktkosten des Fonds.
Ein Beispiel zeigt den Unterschied zur Einzelorder: Wer jeden Monat 100 Euro in einen ETF spart, zahlt bei Scalable Capital für zwölf Ausführungen im Jahr 0 Euro Ordergebühr. Legt er dieselben 1.200 Euro in zwölf Einzelorders an der EIX an, sind es ohne Abo 11,88 Euro. Für kleine, regelmäßige Beträge sind Sparpläne deshalb der günstigste Weg ins Depot. Wie Sparpläne Schritt für Schritt eingerichtet, angepasst und ausgesetzt werden, steht im Leitfaden zum Sparplan von Scalable.
Weitere Entgelte im Preisverzeichnis
Neben dem Handel listet das Verzeichnis eine Reihe von Einzelentgelten für Depot und Konto. Die meisten Anleger treffen sie selten, einige aber regelmäßig:
- Depotführung und Kontoführung: 0,00 Euro, also keine Depotgebühren.
- Depotübertrag: kostenlos, Fremdkosten der Gegenbank ausgenommen.
- Instant-Einzahlung: 0,99 Prozent ohne Abo bzw. 0,69 Prozent mit Abo auf bis zu 5.000 Euro, Überweisung und Lastschrift kostenlos.
- Umzug in eine andere Lagerstelle, ein anderes Lagerland oder eine andere Verwahrart: 24,99 Euro.
- Hauptversammlung und Ausübung von Derivaten oder Bezugsrechten: je 9,99 Euro.
Für den Versand von Wertpapierabrechnungen per E-Mail an Dritte, etwa an eine Compliance-Abteilung, sieht das Verzeichnis nur im Abo-Modell einen Preis vor: 0,00 Euro. Für Fremdwährungsumsätze nennt Scalable einen Aufschlag auf den Devisenkurs, beziffert ihn aber nicht.
Mythos 0,75 Prozent: Broker oder Robo Advisor?
Die 0,75 Prozent pro Jahr verlangt Scalable Capital ausschließlich für Scalable Wealth, die digitale Vermögensverwaltung, nicht im Broker. Die Verwechslung hält sich hartnäckig, weil beide Angebote unter derselben Marke laufen und die digitale Vermögensverwaltung schon seit Anfang 2016 existiert. Wer im Depot selbst handelt, zahlt keine prozentuale Gebühr auf sein Vermögen.
Im Wealth-Angebot sinkt die Verwaltungsgebühr für den Teil des Portfolios über 100.000 Euro auf 0,69 Prozent und über 500.000 Euro auf 0,49 Prozent. Darin enthalten sind alle Transaktionen nach den gewählten Anlagestrategien. Wann der Robo Advisor im Vergleich zu eigenen Sparplänen im Depot sinnvoll ist, beleuchtet der Beitrag zum Robo-Advisor Scalable Wealth.
Steuern auf Gewinne: Was mit den Gebühren passiert
Entgelte mindern bei Scalable automatisch den steuerpflichtigen Gewinn. Laut Hilfe-Center berücksichtigt die Bank von ihr erhobene Gebühren bei der Ermittlung eines Veräußerungsgewinns, abhängig von der steuerlichen Situation. Die Steuern auf Kursgewinne, Dividenden und Zinsen führt Scalable für in Deutschland Steuerpflichtige als Abgeltungsteuer selbst ab.
Wer Steuern bis zum Sparerpauschbetrag vermeiden will, hinterlegt einen Freistellungsauftrag, wie im Leitfaden zum Freistellungsauftrag bei Scalable beschrieben. Er gilt laut Scalable für alle Konten des Kunden, auch für das Tagesgeld.
Tagesgeld und Zinsen: kein Entgelt, kein Zins im Broker
Auf das Guthaben im Broker zahlt Scalable 0 Prozent Zinsen. 2,60 Prozent Zinssatz im Jahr bringt nur das eigenständige Tagesgeldkonto, das Kunden selbst befüllen; Kontoführungsgebühren fallen dort nicht an. Für das Tagesgeld gilt derselbe Zinssatz mit und ohne Abo.
Unterschiedlich ist die Verwahrung. Ohne PRIME+ kann Scalable das Guthaben auch in qualifizierte Geldmarktfonds legen statt bei Banken, mit Abo streut sie es über das eigene Haus und Partnerbanken.
Am 10. September 2025 erhielt die Scalable Capital Bank GmbH die Erlaubnis, als Vollbank Einlagen anzunehmen und Kredite zu vergeben; die Banklizenz erteilte die EZB. Bankguthaben schützt die gesetzliche Sicherung bis zur Grenze von 100.000 Euro für jeden Kunden und jedes Bankhaus. Wertpapiere fallen laut Scalable bei einer Pleite der Bank nicht in die Insolvenzmasse, sie stehen weiter den Kunden zu.
Scalable Capital oder Trade Republic: Gebühren im Vergleich
Wer Scalable Capital mit Konkurrenten wie Trade Republic vergleicht, sollte über die Ordergebühr hinausschauen. Entscheidend sind die Gesamtkosten: Handelsplatz, Spread, Aufschläge auf bestimmte Wertpapiere, Kosten für Einzahlungen und der Zins auf das Guthaben. Ein Broker mit niedriger Gebühr pro Order kann über ein Jahr teurer sein, wenn die meisten Käufe über einen teureren Börsenplatz laufen.
Bei Scalable zahlen Sparer mit breiten ETFs praktisch nur die Produktkosten. Aktive Anleger mit vielen EIX-Orders über 250 Euro profitieren von der Flatrate im Abo. Für Vielhändler an Xetra bleibt es in jedem Modell bei bis 1,99 Euro je Auftrag.
Für einen fairen Vergleich mit Trade Republic lohnt es, die eigenen Orders eines Jahres mit den Preislisten beider Anbieter durchzurechnen, statt nur die Werbezahl zu vergleichen. Zum Vergleich von Scalable Capital und Trade Republic gehören auch die App, die Auswahl an ETF Sparplänen und der Zins auf das Guthaben. Unser Test von Trade Republic zeigt das Angebot dieses Neobrokers, die Übersicht der Krypto Broker weitere Anbieter.
Ein eigenes Bild verschafft ein eigenes Depot, eröffnet direkt bei Scalable Capital. Die Preise der Aktien, Fonds und Krypto-ETPs im Depot schwanken, bis hin zum vollständigen Verlust; diese Übersicht ist keine Anlageberatung. Unser ausführlicher Scalable Capital Test bewertet das Gesamtpaket.
Wer bei Scalable wenig für Orders zahlt
Die Preisliste des Scalable Brokers ist kurz, wenn man drei Regeln kennt. Die EIX ist der günstigste Handelsplatz, ab 250 Euro mit Abo sogar kostenlos. Sparpläne kosten keine Ordergebühr. Teuer wird es bei Fonds, Anleihen und Derivaten mit Aufschlag, bei Krypto über den Aufschlag und bei Orders an Xetra oder gettex, die in keinem Modell gratis sind.
Häufige Fragen zu Gebühren bei Scalable Capital
Wie hoch sind die Kosten pro Trade bei Scalable Capital?
Ohne Abo verlangt Scalable pro Trade an der EIX in Hannover 0,99 Euro; PRIME+ Abonnenten zahlen dort nichts, sobald eine Order 250 Euro erreicht. Über gettex oder Xetra werden unabhängig vom Tarif bis 1,99 Euro fällig. Bei Krypto-ETPs, Fonds und Anleihen kommen prozentuale Aufschläge hinzu.
Wo liegt der Haken bei den Gebühren?
Der Haken liegt weniger in versteckten Entgelten als in den Ausnahmen. Kleine Orders unter 250 Euro kosten auch mit Abo 0,99 Euro, gettex und Xetra sind nie kostenlos, und auf Kryptowährungen erhebt Scalable einen Aufschlag von bis zu 0,99 Prozent. Echte Coins gibt es nicht, nur börsengehandelte Krypto-Wertpapiere.
Kostet ein Sparplan bei Scalable etwas?
Nein, jede Sparplanausführung kostet 0 Euro, ab einer Sparrate von 1 Euro. Das gilt für ETFs, Aktien und ETCs. Bei Krypto-ETPs bleibt der Aufschlag, bei Fonds außerhalb von ETFs ein möglicher Fonds-Aufschlag.
Kostet es etwas, eine Order zu stornieren?
Eine noch nicht ausgeführte Order lässt sich innerhalb der Handelszeiten kostenlos stornieren. Ändern lässt sie sich nicht direkt, Anleger stornieren und stellen sie neu ein. Teilausführungen verursachen keine zusätzlichen Kosten.
Werden die Entgelte bei den Steuern berücksichtigt?
Ja, die von Scalable erhobenen Entgelte zieht die Bank bei der Berechnung eines Veräußerungsgewinns automatisch ab, je nach steuerlicher Situation. Dadurch sinkt die Abgeltungsteuer, die Scalable für Kunden in Deutschland direkt abführt.



























