Auf dem islamischen Konto von Bybit lassen sich seit dem 21. September 40 statt 20 Handelspaare nutzen. Die zweite Tranche bringt zwanzig weitere, jeweils gegen den Stablecoin USDT. Drei weitere Tranchen hat die Börse angekündigt.
Geprüft wurden die Paare nach Angaben von Bybit von den eigenen Beratungspartnern: “All pairs have been reviewed and verified as Shariah-compliant by our advisory partners.” Welche Partner das sind und nach welchem Maßstab sie urteilen, steht nicht in der Mitteilung.
Zu den neu aufgenommenen Werten gehören unter anderem Polygon, Linea, XDC und Wormhole – überwiegend Infrastruktur-Token, kaum Anwendungen aus dem Zins- oder Kreditgeschäft.
Was ein islamisches Konto anders macht
Das islamische Finanzrecht verbietet Zins, spekulative Ungewissheit und Geschäfte mit bestimmten Branchen. Für ein Handelskonto heißt das vor allem: keine Übernachtfinanzierung, keine Zinsgutschrift auf Guthaben, kein Handel auf Kredit.
Bei Kryptowährungen kommt eine zweite Frage hinzu, die in der klassischen Finanzwelt so nicht auftaucht: Ist das Gehandelte überhaupt ein zulässiger Vermögenswert? Ein Token, dessen Ertrag aus verzinsten Ausleihungen stammt, fällt anders aus als einer, der eine Netzwerkgebühr abbildet.
Genau hier liegt die Arbeit der Prüfer – und genau hier liegt auch der wunde Punkt: Eine allgemein anerkannte Stelle, die solche Urteile für den Kryptomarkt fällt, gibt es nicht. Jedes Haus beruft seine eigenen Gutachter.
Ein Markt, der größer ist, als er in Europa wirkt
Islamkonforme Finanzprodukte sind kein Nischenthema, sondern ein Milliardenmarkt mit Schwerpunkt in Südostasien und am Golf. Für Handelsplätze ist die Zertifizierung deshalb ein Zugang zu Kundengruppen, die ihnen sonst verschlossen bleiben.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich nichts. Wer aus religiösen Gründen zinsfrei anlegen will, findet hier eher Angebote im klassischen Bankwesen als bei Kryptobörsen – und sollte bei einem ausländischen Anbieter ohnehin prüfen, welche Aufsicht hinter dem Konto steht.
Angekündigt sind “three more batches on the way”, also drei weitere Tranchen. Wann sie kommen, teilt Bybit nicht mit.
Welche Handelsplätze hierzulande zugelassen sind und welche Produkte sie führen, steht im Krypto-Börsen Vergleich.


























