Die thailändische Börsenaufsicht SEC hat den Rahmen für Krypto-ETFs an der Börse in Bangkok beschlossen, zunächst nur auf Bitcoin und Ether. Die Regeln gelten ab dem 16. Oktober; welcher Fondsanbieter als Erster ein Produkt auflegt, steht in der Mitteilung nicht.
Die Behörde gab am Donnerstag elf Bekanntmachungen heraus, wie sie in ihrer Pressemitteilung Nr. 216/2026 schreibt. Sie regeln, wie Fondsgesellschaften einen Krypto-ETF auflegen, wer die Coins verwahrt und wer den Fonds beaufsichtigt. Vorausgegangen waren zwei Anhörungen, im April und Mai zu den Grundsätzen und im August und September zu den Entwürfen; die meisten Stellungnahmen unterstützten die Pläne.
Einen in Thailand aufgelegten Krypto-ETF sah das Recht bisher nicht vor.
Bangkok lässt zunächst nur Bitcoin und Ether zu
Welche Coins ein Fonds halten darf, legt die Aufsicht selbst fest und nennt dafür Liquidität, breite Marktakzeptanz, Netzsicherheit und Anlegerschutz als Maßstab. “During the initial stage, eligible crypto assets will be Bitcoin and Ethereum”, heißt es in der Mitteilung: In der Anfangsphase kommen nur Bitcoin und Ethereum infrage.
Für die Fonds selbst gelten vier Vorgaben, die über das übliche ETF-Recht hinausgehen:
- Ein Krypto-ETF bildet passiv den Kurs seines Coins ab und muss im Durchschnitt jedes Geschäftsjahres zu mindestens 80 Prozent seines Nettovermögens in diesem einen Coin engagiert sein.
- Verwahren dürfen die Coins nur Krypto-Verwahrer mit Zulassung der thailändischen SEC.
- Gehandelt werden die Fonds ausschließlich an der Stock Exchange of Thailand, und wer kauft, muss vorher bestätigen, die Risiken verstanden zu haben.
- Wertpapierhäuser dürfen für den Kauf keine Kredite geben, so wie Kryptobörsen in Thailand auch keine Kredite für den Kauf von Coins vergeben dürfen.
Auch die Rollen im Fonds ändern sich. Die Fondsgesellschaft darf die Verwaltung der Coins an einen lizenzierten Krypto-Fondsmanager abgeben. Neu ist auch, dass zugelassene Krypto-Verwahrer die Rolle des Treuhänders übernehmen können, der den Fonds überwacht; die Coins selbst muss in jedem Fall ein lizenzierter Verwahrer halten.
Thailand sperrt ausländische Krypto-ETFs vorerst für Kleinanleger
Mit der Öffnung kommt eine Bremse für Produkte aus dem Ausland. In der Anfangsphase dürfen Banken und Wertpapierhäuser keine Zertifikate auf ausländische Krypto-ETFs ausgeben, und sie dürfen Kunden nur dann in solche Fonds investieren lassen, wenn es institutionelle oder sehr vermögende Anleger sind. Die Aufsicht begründet das damit, dass sie heimische Anbieter stärken will. Wer nicht zu diesen Gruppen gehört, muss auf die ersten Fonds aus Bangkok warten.
Umgekehrt dürfen thailändische Publikums- und Spezialfonds künftig in die neuen heimischen Krypto-ETFs investieren; bisher war ihnen nur der Weg über ausländische Krypto-ETFs offen. Nach Angaben von Cointelegraph rechnet Attakrit Chimphlapibul, Mitgründer der thailändischen Börse Bitkub, mit einer Entwicklung wie in den USA nach dem Start der Spot-ETFs auf Bitcoin und Ether. Dort ziehen Anleger gerade Geld ab, wie unsere Marktanalyse vom Freitag zeigt.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich dadurch nichts unmittelbar, denn Bitcoin und Ether sind hier als ETF auf einen einzelnen Coin nicht erhältlich, sondern als börsengehandelte Schuldverschreibungen, die an Xetra und anderen Börsen laufen. Was hinter den beiden Coins steckt, erklären unsere Seiten zu Bitcoin und Ethereum.
Die Regeln treten am 16. Oktober in Kraft; einen ersten Fonds oder einen Handelstag nennt die Aufsicht bislang nicht.
Bitcoin und Ether direkt statt über einen Fonds handeln lässt sich unter anderem bei eToro. Welche Plattform für welchen Coin die geringeren Kosten hat, zeigt unser Krypto-Börsen Vergleich.


























