Im XRP Ledger dürfen Konten seit Donnerstagabend einzelne Aufgaben an andere Konten abgeben, ohne ihre Schlüssel zu teilen. Eine Berechtigung sollen Nutzer nach dem Rat der Entwickler aber vorerst nicht vergeben, weil ein Fehler darin erst mit einem weiteren Upgrade behoben wird.
Das Amendment PermissionDelegationV1_1 wurde nach den Daten des Explorers XRPScan am 8. Oktober um 23:29 Uhr MESZ im Ledger 107.524.865 aktiviert. Ein Kontoinhaber kann damit einem zweiten Konto bestimmte Vorgänge erlauben und die Erlaubnis jederzeit ändern oder entziehen. Der Hauptschlüssel bleibt dabei, wo er ist.
Der zweite Anlauf brauchte zwei Wochen Mehrheit
Schon die erste Fassung der Funktion hatte einen schweren Fehler, sie wurde deshalb durch die Version 1.1 ersetzt, wie die Entwicklerdokumentation auf xrpl.org festhält. Im September riss der Anlauf noch einmal ab: Nach Angaben von CoinDesk fiel die Zustimmung unter die Schwelle, und die Zählung begann von vorn.
Am 24. September gegen 23:25 Uhr MESZ stand die Mehrheit erneut, das geht aus dem im Ledger gespeicherten Zeitpunkt hervor. Ein Amendment wird im XRP Ledger erst aktiv, wenn mehr als 80 Prozent der Validatoren auf der Liste des Netzes es zwei Wochen ohne Unterbrechung unterstützen; bei 35 Validatoren sind das 29. Gut 14 Tage später, am Donnerstagabend, war es so weit.
Nach Angaben von CoinDesk kann ein Konto bis zu zehn Berechtigungen an ein Helferkonto geben. Sie begrenzen die Art der Vorgänge, nicht die Höhe der Beträge. Gedacht ist das für Firmen, die Aufgaben trennen wollen: Ein Stablecoin-Emittent könnte etwa ein Compliance-Konto neue Kunden freischalten lassen, während der Hauptschlüssel offline bleibt.
Entwickler raten von einer Berechtigung vorerst ab
Die Einschränkung steht in der Dokumentation selbst. “Until the fixCleanup3_4_0 amendment is enabled, it is recommended not to delegate the PaymentBurn granular permission”, heißt es dort: Bis das Amendment fixCleanup3_4_0 aktiv ist, soll niemand die Berechtigung PaymentBurn weitergeben. Unter bestimmten Umständen könnte ein Helferkonto damit nicht nur Token vernichten, sondern neue ausgeben, also Trustline-Token oder sogenannte Multi-Purpose Tokens eines Emittenten. Neu geschaffene XRP sind davon nicht betroffen, die übrigen Berechtigungen ebenfalls nicht.
Wann die Korrektur kommt, ist offen.
CoinDesk zählte am Freitag 27 von 35 Stimmen für fixCleanup3_4_0, zwei weniger als nötig. Der Explorer XRPScan wies am Freitagmorgen 25 Stimmen bei nur 32 erfassten Validatoren aus und keine laufende Mehrheit. Dass die Zählweisen auseinanderliegen, hat einen bekannten Grund: Am 8. Oktober meldete ein Entwickler im Fehlerverzeichnis von rippled, dass manche Server einen Validator aus der Zählung verlieren, nachdem dieser einen Routineschlüssel gewechselt hat; ein Patch ist in Prüfung.
Am Nachmittag soll das Batch-Upgrade folgen
Wer XRP nur hält, muss nichts tun; die Delegation ist ein Werkzeug für Konten, die sie bewusst einrichten. XRP kostet am Freitagmorgen nach CoinGecko 1,40 US-Dollar (1,24 Euro), 0,8 Prozent weniger als vor 24 Stunden und 7,8 Prozent weniger als vor einer Woche.
Quelle: CoinGecko
Am Nachmittag steht das nächste Upgrade an. Nach den im Ledger gespeicherten Mehrheitszeitpunkten werden fixBatchV1_2 gegen 16:13 Uhr und BatchV1_1 gegen 16:46 Uhr MESZ fällig, sofern die Zustimmung bis dahin hält; damit lassen sich mehrere Transaktionen zu einem Paket bündeln, das ganz oder gar nicht ausgeführt wird. Wie oft dieses Upgrade schon verschoben wurde, steht in unserem Bericht über das Batch-Upgrade, Grundlagen zum Netz auf unserer Seite Was ist Ripple (XRP)?.
XRP lässt sich unter anderem bei Bitpanda kaufen und in der App halten. Wo der Coin sonst noch gehandelt wird und zu welchen Gebühren, steht im Krypto-Börsen Vergleich.


























