Südkorea blockiert den Zugang zu den Webseiten von 27 Krypto-Handelsplätzen, die sich nicht bei der Finanzaufsicht registriert haben, darunter KuCoin, MEXC, Phemex und BingX. Bestehende Kunden in Korea können bei Auszahlungen auf Hindernisse stoßen; der Branchenverband DAXA soll ihnen dabei helfen.
Das teilte die Financial Intelligence Unit (FIU), die Geldwäsche-Einheit der koreanischen Finanzaufsicht FSC, am Dienstag in einer Pressemitteilung mit. Die Kommission, die in Südkorea über Inhalte in Rundfunk und Internet wacht, hatte die Sperren am 6. und 7. Oktober in zwei Sitzungen beschlossen. Seiten mit Servern oder Betreibern im Inland werden abgeschaltet, ausländische Seiten aus Korea heraus nicht mehr erreichbar sein.
Neben KuCoin und MEXC stehen auf der Liste unter anderem Poloniex, BitMart, XT.com, Bitrue, DigiFinex, Pionex, BTCC und WEEX.
Die FIU will künftig ohne Schadensmeldung sperren
Neu ist vor allem das Tempo. Bisher hatte die FIU Anbieter ohne Registrierung an die Ermittler gemeldet und Google und Apple gebeten, deren Apps für koreanische Nutzer zu sperren; neue Installationen und Updates sind dort bereits blockiert. Künftig sollen Webseiten gesperrt werden, sobald ein illegales Angebot entdeckt ist, “별도의 피해 신고가 없더라도”, also auch ohne dass zuvor ein Geschädigter Anzeige erstattet hat.
KuCoin und MEXC stehen schon seit August 2022 auf der Liste der Anbieter, die die FIU an die Ermittlungsbehörden gemeldet hat. Insgesamt sind es inzwischen 44, BingX kam im Januar 2026 dazu.
Wer in Südkorea ohne Registrierung Kryptohandel betreibt, dem drohen nach dem Gesetz über besondere Finanztransaktionen bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 50 Millionen Won. Registriert sind derzeit 28 Anbieter, jedes andere Geschäft mit Kryptowerten im Inland gilt als illegal. Selbst wer Freunde über Empfehlungslinks zu einem solchen Anbieter bringt, könne sich nach Darstellung der FIU strafbar machen.
Prüfer fanden Gebühren bis zum 62-Fachen
Die Behörde begründet die Sperren auch mit den Kosten für die Kunden. Bei einer gemeinsamen Prüfung mit DAXA, dem Verband der koreanischen Handelsplätze, fanden die Prüfer im Juni bei den beanstandeten Anbietern durchschnittliche Handelsgebühren von 1,5 bis 10 Prozent. Die fünf großen koreanischen Börsen mit Won-Handel verlangen im Schnitt 0,16 Prozent. Im ungünstigsten Fall zahlten Kunden damit gut das 62-Fache, wie die FIU vorrechnet.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich nichts, weil die Sperre nur für Zugriffe aus Südkorea gilt.
Die registrierten Inlandsbörsen dürfen schon heute keine Kryptowerte an nicht registrierte Anbieter übertragen; Upbit hatte seine Kunden im September eigens vor Überweisungen an Bitget gewarnt. Wie groß KuCoin und MEXC im weltweiten Vergleich sind, zeigt unsere Übersicht der größten Krypto-Börsen.
Die FIU kündigt an, auch Ersatzadressen zu prüfen, mit denen gesperrte Anbieter die Sperre umgehen wollen.
Welche Handelsplätze für Kunden aus dem DACH-Raum zugänglich sind und was sie im Handel kosten, stellt der Krypto-Börsen Vergleich gegenüber.


























