Bitget beendet die Geschäftsbeziehung mit einem Teil seiner Kunden. Welche Konten es trifft, sagt die Börse nicht: Betroffene sollen per E-Mail, App-Nachricht oder Push-Mitteilung erfahren, bis wann sie ihr Guthaben abziehen müssen.
Die Ankündigung kam am Samstag um 7:17 Uhr MESZ über das offizielle X-Konto der Börse. “While the Bitget platform continues to operate, we have made the decision to discontinue services for certain users”, heißt es dort: Die Plattform laufe weiter, für bestimmte Nutzer stelle man die Dienste aber ein. Bitget nennt das eine “one-off exercise”, also eine einmalige Aktion.
Nach welchen Kriterien die Konten ausgewählt wurden, wie viele es sind und aus welchen Ländern sie kommen, steht nicht in dem Beitrag. Die Fristen sollen je nach Konto verschieden sein und zusammen mit dem Weg für die Auszahlung in der persönlichen Benachrichtigung stehen.
Wer keine solche Nachricht bekommen hat, kann sein Konto nach Bitgets Angaben weiter nutzen wie bisher.
Hinweise deuten auf Konten aus Russland und Belarus
Das US-Portal The Defiant bringt den Schritt mit den Nutzungsbedingungen in Verbindung, in denen Russland, Belarus und Kasachstan als ausgeschlossene Länder stehen. Ein Betroffener nannte dem Medium als Frist den 21. Oktober. Unter dem Beitrag auf X schrieben russischsprachige Nutzer, gekündigt würden Konten, deren Identität mit russischen oder belarussischen Dokumenten geprüft wurde. Bestätigt hat Bitget keine dieser Angaben.
Die Liste der “Prohibited Countries” in den Nutzungsbedingungen ist allerdings länger. Neben den drei genannten führt sie rund dreißig Länder und Gebiete, darunter die USA, Japan, Frankreich, Deutschland und Österreich.
Der Zeitpunkt fällt in eine unruhige Phase für die Börse. Am 24. September hatten Angreifer gut 387 Millionen Dollar abgezogen, das Analysehaus Chainalysis ordnet den Angriff Nordkorea zu. Einen Zusammenhang mit den Kündigungen stellt Bitget nicht her und schreibt den Betroffenen nur: “Your funds remain safe”, ihre Guthaben seien sicher.
Kunden im DACH-Raum erfahren es nur aus der eigenen Nachricht
Ob Konten aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz betroffen sind, lässt sich der Ankündigung nicht entnehmen. Dass Deutschland und Österreich in der Länderliste stehen, beantwortet die Frage nicht, denn Bitget kündigt ausdrücklich nur “certain users”. Maßgeblich ist allein die persönliche Benachrichtigung mit der Frist für das jeweilige Konto.
Die Börse warnt im selben Beitrag vor gefälschten Nachrichten, und das mit Grund. Eine Kündigung mit kurzer Frist ist eine Vorlage für Betrüger: Eine gefälschte Mail, die zur raschen Auszahlung über einen Link drängt, sähe kaum anders aus als die echte. Verlässlich sind nach Bitgets Angaben nur die eigene Website, die App, das Support-Center und die verifizierten Konten in sozialen Netzen; wer eine E-Mail erhält, kann im Nachrichtenbereich der App prüfen, ob dort dieselbe Mitteilung steht.
Für offene Orders, laufende Auszahlungen und Fragen zum Konto verweist Bitget auf den Kundendienst, der Betroffene “throughout the process” begleiten soll.
Was Bitget bei Gebühren, Coin-Auswahl und Auszahlungen bietet, für Kunden ohne Kündigungsschreiben also weiter gilt, steht in unserem Bitget-Test.


























