Für den Stablecoin AUSD gibt es bei Kraken bis zu sechs Prozent im Jahr. Der Satz gilt drei Monate und nur für zahlende Mitglieder des Abonnements Kraken+; danach halbiert er sich. Wer nicht zahlt, bekommt in derselben Zeit bis zu drei Prozent und anschließend bis zu anderthalb.
Eine Bindungsfrist gibt es nicht, das Guthaben bleibt jederzeit verfügbar. Geografische Beschränkungen nennt Kraken ausdrücklich; angeboten wird das Ganze unter anderem in den USA und Großbritannien.
AUSD stammt vom Emittenten Agora und ist nach dessen Angaben im Verhältnis eins zu eins gedeckt – durch Bargeld, kurzlaufende US-Staatsanleihen und Rückkaufvereinbarungen.
Warum die Zahl vor dem Prozentzeichen die kleinere Nachricht ist
Sechs Prozent klingen nach dem Doppelten dessen, was kurzlaufende Staatsanleihen derzeit abwerfen. Die Differenz zahlt nicht der Markt, sondern der Handelsplatz: Es ist ein Werbepreis, befristet auf drei Monate und gekoppelt an ein kostenpflichtiges Abonnement.
Rechnen lässt sich das nur mit den Abo-Kosten zusammen. Wer 10.000 Dollar in AUSD hält, verdient im Aktionszeitraum drei Prozentpunkte mehr als ohne Abo – das sind rund 75 Dollar in drei Monaten. Ob sich das lohnt, hängt an der Gebühr für Kraken+, die Kraken in dieser Mitteilung nicht nennt.
Der wichtigere Punkt steht im Kleingedruckten: “Don’t invest unless you’re prepared to lose all the money you invest.” Investieren Sie nicht, wenn Sie nicht bereit sind, alles zu verlieren – ein ungewöhnlich deutlicher Satz für ein Produkt, das mit Stabilität wirbt.
Was bei einem Stablecoin-Zins wirklich zählt
Ein verzinstes Stablecoin-Guthaben ist kein Sparkonto. Es fehlt die Einlagensicherung, und es kommen zwei Risiken zusammen: das des Emittenten, der die Deckung hält, und das des Handelsplatzes, der das Guthaben verwahrt.
Beide sind unabhängig voneinander. Selbst wenn die Reserven von Agora vollständig und liquide sind, nützt das wenig, falls der Zugriff über den Handelsplatz ausfällt.
Für Anleger im DACH-Raum ist die Frage ohnehin theoretisch: Das Angebot ist an Regionen gebunden, die Kraken nicht vollständig auflistet.
Wer Stablecoins verzinst halten will, sollte zuerst klären, wer der Emittent ist und wo die Coins liegen. Welche Anbieter hierzulande was erlauben, steht im Krypto-Börsen Vergleich.


























