Das US-Finanzministerium hat am 1. Oktober das russlandnahe Zahlungsnetz A7 als transnationale kriminelle Organisation sanktioniert. Über A7 und den rubelgedeckten Token A7A5 sollen nach Angaben des Ministeriums Russland und der Iran Sanktionen umgangen haben; eine geplante Regel der Finanzaufsicht FinCEN soll Zahlungen an die Partnerfirmen des Netzes zusätzlich verbieten.
Das Ministerium spricht in seiner Mitteilung von einem Schattenbankensystem. Geführt wird A7 demnach von Ilan Shor, einem bereits sanktionierten und verurteilten Betrüger. Einzelne Gesellschaften des Netzes, darunter A7 LLC und der A7A5-Emittent Old Vector LLC, stehen schon seit dem 14. August 2025 auf der Sanktionsliste; jetzt trifft die Maßnahme das Netz als Ganzes.
Finanzminister Scott Bessent sagte: “Treasury is dismantling the financial infrastructure that allows Iran and other adversaries to evade sanctions, move illicit funds, and undermine the integrity of the global financial system.” Das Ministerium zerschlage also die Infrastruktur, über die der Iran und andere Gegner der USA Sanktionen umgehen.
A7 wickelte nach eigenen Angaben 13 Prozent des russischen Außenhandels ab
Ein Teil der Zahlen stammt von A7 selbst: Im Januar 2026 gab das Netz an, täglich mehr als 2.000 Transaktionen über insgesamt mehr als 7,5 Billionen Rubel abzuwickeln, nach Umrechnung des Ministeriums 91,5 Milliarden Dollar oder rund 13 Prozent des russischen Außenhandels 2025. Die sogenannten Sub-Agents, Firmen in Drittstaaten, über die A7 Zahlungen als gewöhnlichen Handel tarnt, bewegten nach Ermittlungen der FinCEN zwischen Januar 2025 und Juni 2026 weltweit mehr als 17 Milliarden Dollar.
Über dieselben Firmen liefen nach Darstellung des Ministeriums auch Gelder des Iran. Ein Sub-Agent erhielt zusammen mit einer Schwesterfirma fast 140 Millionen Dollar von Akteuren aus der iranischen Sanktionsumgehung. Das Netz stehe zudem in Verbindung mit Nobitex, der größten Kryptobörse des Iran, und habe Transaktionen nach nordkoreanischen Hacks von Kryptobörsen abgewickelt.
Der Token A7A5 bleibt in den USA blockiertes Vermögen.
Er ist ein an den Rubel gekoppelter Stablecoin, den A7 nach Angaben des Ministeriums geschaffen hat, damit seine Mitglieder Sanktionen umgehen und international zahlen können. Am 1. Oktober um 19:54 Uhr MESZ kam A7A5 auf einen Marktwert von rund 462 Millionen Dollar, ausgegeben auf Ethereum und Tron. Quelle: CoinGecko
Mit der Einstufung ist alles Vermögen des Netzes, das in den USA liegt oder von US-Personen gehalten wird, gesperrt und der Sanktionsbehörde OFAC zu melden. Das gilt auch für Firmen, die zu mindestens 50 Prozent blockierten Personen gehören.
Die geplante FinCEN-Regel stützt sich auf den Combating Russian Money Laundering Act. Stellungnahmen sind 30 Tage ab ihrer Veröffentlichung im Federal Register möglich. Banken erhalten dazu eine Warnliste mit Merkmalen verdächtiger A7-Zahlungen.
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich unmittelbar nichts, denn A7A5 dient nach Darstellung der Behörde Zahlungen im Außenhandel. Die Sanktion reiht sich aber in eine Folge von Schritten ein: Ein Minderheitsbericht im US-Senat beschrieb, wie der Iran auf USDT setzt, und Großbritannien hatte schon im August 2025 russlandnahe Krypto-Plattformen wie Grinex sanktioniert; die britische National Crime Agency warnte am 31. August 2026 eigens vor A7.
Wann FinCEN die Regel im Federal Register veröffentlicht und damit die Frist in Gang setzt, ist noch offen.
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