Die Solana Foundation hat den Auftakt ihrer China-Tour in Shanghai am Freitag kurzfristig verschoben. Präsidentin Lily Liu nennt einen Ansturm über die bei den Behörden angemeldete Teilnehmerzahl hinaus, Besucher berichten von acht bis neun Sicherheitskräften vor dem Saal. Warum sie dort waren, hat niemand offiziell erklärt.
Solana Accelerate China sollte am 16. Oktober um 9:30 Uhr Ortszeit (3:30 Uhr MESZ) im Shangri-La-Hotel in Shanghai beginnen, als erste von vier Stationen. Gegen Mittag verschickten die Veranstalter eine Mitteilung an die Angemeldeten: Das Programm des Vormittags werde wegen logistischer Gründe am Veranstaltungsort verschoben, ein neuer Termin folge.
Lily Liu begründet die Verschiebung mit dem Andrang
Am Nachmittag Ortszeit legte Lily Liu, Präsidentin der Solana Foundation, in einem Beitrag auf X nach. Die Anmeldungen hätten sich über Nacht vervierfacht und die Obergrenze weit überschritten, die man bei den örtlichen Behörden angemeldet habe. Den Ansturm führt sie auf die Werbung zurück: Solana hatte zwei Tage zuvor sein neues Büro im Stadtteil Pudong vorgestellt und auf X ein Bild mit dem eigenen Logo über der Skyline von Shanghai verbreitet.
“So, in order to comply with local requirements, we are going to postpone this event for when we can better accommodate the breadth and scale of our community”, schreibt Liu. Um die örtlichen Vorgaben einzuhalten, werde die Veranstaltung also verschoben, bis man der Größe der Gemeinde besser gerecht werden könne.
Von Polizei oder anderen Behördenvertretern steht in ihrem Beitrag nichts.
Besucher schildern Sicherheitskräfte vor dem Saal
Ein anderes Bild zeichnet eine Nutzerin, die nach eigenen Angaben vor Ort war. Um 10:54 Uhr Ortszeit schrieb sie auf X, die Veranstaltung sei vorübergehend ausgesetzt worden: “现场有8、9个执法人员守着”, acht oder neun Vollzugsbeamte hätten den Ort bewacht, und die Besucher hätten mehr als eine Stunde vor dem Saal gewartet. Ihre Identität lässt sich nicht prüfen. Der chinesische Dienst ChainCatcher berichtet unter Berufung auf Quellen vor Ort Ähnliches, eine Stellungnahme einer chinesischen Behörde gibt es nicht.
Binance-Gründer Changpeng Zhao griff den Beitrag der Besucherin mit einem eigenen Kommentar auf: “Sad to see. Looks like they really didn’t know the local policies?” Traurig, offenbar hätten die Veranstalter die örtlichen Regeln nicht gekannt, schreibt Zhao und erinnert daran, dass Ähnliches vor weniger als einem Jahr schon einmal passiert sei. Im Oktober 2025 hatte die Polizei in Shenzhen eine Solana-Veranstaltung derselben Reihe aufgesucht, die Organisatoren strichen damals den Rest des Programms wegen Überfüllung, wie die South China Morning Post berichtete.
China verbietet Kryptogeschäfte auf dem Festland weiter
Handel mit Kryptowährungen und Dienstleistungen dafür sind auf dem chinesischen Festland seit 2021 verboten. Nach Angaben von crypto.news haben die Behörden das im Februar 2026 bekräftigt und dabei auch bestimmte Werbedienste erfasst, doch ob die Veranstaltung in Shanghai dagegen verstoßen hat, sagt keine offizielle Stelle.
Am Kurs ist die Verschiebung nicht abzulesen. Solana notierte am Freitag um 11:51 Uhr MESZ bei 106,41 Dollar und damit 3,3 Prozent höher als 24 Stunden zuvor, Bitcoin legte im selben Zeitraum 1,0 Prozent zu. Quelle: CoinGecko
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert der Vorfall nichts am Zugang zum Coin. Technisch zählt für das Netzwerk in den kommenden Tagen eher der geplante Start von Alpenglow im Hauptnetz, der die Bestätigungszeiten verkürzen soll.
Auf der offiziellen Tour-Seite stehen Hangzhou (18. Oktober), Shenzhen (20. Oktober) und Peking (22. Oktober) am Freitagmittag weiter als bevorstehend, und selbst Shanghai ist dort noch nicht als verschoben markiert. Ob die Foundation die Tour fortsetzt, zeigt sich am Sonntag in Hangzhou. Die Anmeldung dafür ist nach Angaben von The Defiant bereits geschlossen.
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