Die Kryptobörse Gate prüft eine Zusammenarbeit mit RQD Clearing, einem Abwicklungs- und Verwahrhaus für den US-Wertpapiermarkt. Beschlossen ist nichts: Beide Seiten sprechen ausdrücklich von einer Sondierung. Einzelheiten sollen in den kommenden Wochen folgen.
Ein Clearinghaus steht zwischen Käufer und Verkäufer. Es stellt sicher, dass ein Geschäft auch dann abgewickelt wird, wenn eine Seite ausfällt, und verwahrt die Papiere. Im Wertpapierhandel ist diese Rolle Pflicht, im Kryptohandel gibt es sie in dieser Form nicht.
Genau darin liegt der Reiz für beide Seiten. Gate käme an eine regulierte US-Infrastruktur heran, RQD an das Kryptogeschäft.
Was die Beteiligten sagen und was sie offenlassen
Gate-Gründer Dr. Han nennt als Felder der möglichen Zusammenarbeit “clearing, compliance, and tokenization”, also Abwicklung, Regelkonformität und die Abbildung von Vermögenswerten auf einer Blockchain.
RQD-Chef Michael Sanocki sagt, digitale Vermögenswerte und klassische Wertpapiere wüchsen zunehmend zusammen, woraus neue Möglichkeiten für Anleger und Finanzinstitute entstünden.
Beides sind Absichtserklärungen. Was genau verbunden werden soll, in welchem Rechtsrahmen und ab wann, steht in der Mitteilung nicht. Auch eine Beteiligung oder ein Kaufpreis wird nicht genannt.
Für deutsche Anleger zunächst ohne Folgen
RQD arbeitet für Broker, Vermögensverwalter und Handelsfirmen, die Zugang zum US-Markt brauchen. Gate ist in Deutschland ohnehin kein alltäglicher Handelsplatz, und an dieser Sondierung ändert sich für Kunden hier vorerst nichts.
Interessant ist der Vorgang trotzdem, weil er ein Muster fortsetzt: Kryptobörsen kaufen sich in die Infrastruktur des klassischen Finanzmarkts ein, statt sie zu ersetzen. Dieselbe Richtung zeigte zuletzt die Entscheidung einer anderen Börse, ihre Kursdaten direkt bei der Nasdaq zu beziehen.
Ob aus der Sondierung eine Partnerschaft wird, ist offen. Beide Unternehmen haben Einzelheiten für die kommenden Wochen angekündigt.
Welche Handelsplätze in Deutschland verfügbar sind und was sie kosten, steht im Krypto-Börsen Vergleich: Gebühren, Coin-Auswahl, Verwahrung und Regulierung nebeneinander.


























