Die Forschungsabteilung der Börse HTX beschreibt in einem Bericht vom 17. September eine neue Mischform: Memecoins, die nicht gegen eine Kryptowährung gehandelt werden, sondern gegen tokenisierte Aktien wie Nvidia oder Tesla. Möglich macht das die Robinhood Chain. Für Anleger ist vor allem die Renditerechnung aufschlussreich.
Tokenisierte Aktien sind Abbildungen echter Aktien auf einer Blockchain. Bisher liefen sie getrennt von Memecoins, den Spaßwährungen ohne Geschäftsmodell. Auf der Robinhood Chain wachsen beide zusammen: Der Aktien-Token dient als Gegenwert, an dem der Memecoin gehandelt wird.
HTX Research nennt diese Papiere “stock-linked memecoins” und ordnet sie weder den tokenisierten Aktien noch den gewöhnlichen Memecoins zu.
Warum hohe Renditen hier wenig bedeuten
Der interessante Teil des Berichts betrifft die Liquiditätsgeber, also diejenigen, die das Kapital für den Handel bereitstellen und dafür Gebühren kassieren.
In kurzen Aufmerksamkeitsspitzen steigt das Handelsvolumen stark, während die bereitgestellte Liquidität dünn bleibt. Daraus entstehen nach Darstellung der Analysten außergewöhnlich hohe Gebührenerträge und sehr hohe angezeigte Jahresrenditen.
Nur: Hohe Gebühren bedeuten nicht hohe Nettoerträge. Der Bericht zählt auf, was davon abgeht, darunter Positionen außerhalb der gewählten Preisspanne, einseitige Bestände, der bekannte impermanente Verlust, Schließzeiten der Aktienbörsen, Auf- und Abschläge beim Aktien-Token sowie Fehler in den Verträgen selbst. Zusammen können diese Posten den Gebührenertrag übersteigen.
Bemerkenswert ist, wer das schreibt: eine Börse, die am Handel verdient. Sie benennt trotzdem, warum eine angezeigte Rendite in diesem Segment kaum etwas aussagt.
Für deutsche Anleger eine Beobachtung, kein Angebot
Die Robinhood Chain und die dort gehandelten Aktien-Token sind für Privatanleger in der EU nicht zugänglich. Wer hier Aktien und Kryptowährungen halten will, kommt an den klassischen Brokern nicht vorbei.
Aufschlussreich ist die Richtung. Erst wandern Aktien als Token auf Blockchains, dann entstehen dort Produkte, die es an der Börse nicht gibt, und am Ende steht eine Struktur, in der eine einzige Order Gebühren an mehrere Zwischenstationen ausschüttet. Wer in dieser Kette am Ende steht, ist meistens der Anleger.
Ob die Aufsicht in den USA das Segment gesondert regeln wird, ist offen; der Bericht äußert sich dazu nicht.
Welche Handelsplätze in Deutschland verfügbar sind und was sie kosten, steht im Krypto-Börsen Vergleich: Gebühren, Coin-Auswahl, Verwahrung und Regulierung nebeneinander.


























