Die US-Derivateaufsicht CFTC hat am Montag Coinbase Clearing LLC als Clearinghaus registriert. Die Börse kann damit Futures, Optionen und Swaps selbst abwickeln, allerdings nur Kontrakte, bei denen der mögliche Verlust von Anfang an vollständig hinterlegt ist.
Für das Geschäft mit Hebel bleibt Coinbase auf fremde Clearinghäuser angewiesen, nach Angaben des Unternehmens auch bei den angekündigten Perpetuals auf einzelne Aktien, also Terminkontrakten ohne Laufzeitende.
Ein Clearinghaus steht zwischen Käufer und Verkäufer
Wer einen Terminkontrakt kauft, schließt ihn rechtlich nicht mit dem unbekannten Verkäufer ab, sondern mit dem Clearinghaus. Es tritt in jedes Geschäft ein, verlangt von beiden Seiten Sicherheiten und steht dafür ein, dass der Kontrakt erfüllt wird, auch wenn eine Partei ausfällt. Die Rolle ähnelt der eines Treuhänders beim Autokauf, der das Geld erst freigibt, wenn beide Seiten geliefert haben.
In den USA braucht diese Aufgabe eine eigene Zulassung als Derivatives Clearing Organization. Coinbase besaß bisher zwei der drei Bausteine, mit Coinbase Derivatives eine Terminbörse und mit Coinbase Financial Markets einen Futures-Broker; mit dem Clearinghaus liegt nun die ganze Kette in einer Hand.
Coinbase selbst bezeichnet Coinbase Clearing als “the first USDC-native clearinghouse”. Sicherheiten werden dort im Stablecoin USDC hinterlegt, abgerechnet wird rund um die Uhr. Die Chefjuristin Molly Abraham sagte in der Mitteilung: “Today’s CFTC approval completes Coinbase’s end-to-end derivatives infrastructure, enabling us to bring more regulated derivatives products to market with native USDC collateral and 24/7 settlement.”
Die Zulassung deckt nur voll besicherte Kontrakte
Die Einschränkung steht im Kern der Genehmigung: Nach der Definition der CFTC, die Unchained zitiert, hält ein Clearinghaus bei voller Besicherung jederzeit genug Geld, um den größtmöglichen Verlust eines Händlers zu decken. Damit entfallen laut Coinbase die laufende Berechnung von Nachschüssen und ein eigener Ausfallfonds.
Wer über Coinbase Clearing handelt, hinterlegt den größtmöglichen Verlust also von vornherein, Nachschussforderungen gibt es nicht.
Das Unternehmen verspricht sich davon vor allem Tempo. “For the first time, we can create and settle fully collateralized contracts directly”, heißt es im Blog; neue Produkte ließen sich damit schneller an den Markt bringen. Welche das sein sollen und wann, sagt Coinbase nicht. Die Aufsicht kann die Genehmigung nach Angaben von Unchained an Bedingungen knüpfen, ändern oder widerrufen.
Der Schritt passt zu einer Reihe von Änderungen im Derivategeschäft: Mitte September hatte Coinbase die Gebühren bei Coinbase Advanced gesenkt und Spot- und Derivatehandel für die Rabattstufen zusammengerechnet.
Die Genehmigung gilt für die US-Gesellschaften von Coinbase
Registriert ist die US-Tochter, die unter der Aufsicht der CFTC steht. Auswirkungen auf Kunden außerhalb der USA nennt die Mitteilung nicht. Was Coinbase Privatkunden in Deutschland anbietet, fasst unser Überblick zu Coinbase in Deutschland zusammen.
Welches Produkt als erstes über das eigene Clearinghaus läuft, hat Coinbase bisher nicht verraten.
Wie sich Coinbase bei Gebühren und Sicherheit von anderen Handelsplätzen abhebt, zeigt der Krypto-Börsen Vergleich; eine eigene Einschätzung zur Verwahrung steht in unserem Beitrag Ist Coinbase sicher?.


























