Bei Angriffen auf Kryptoprojekte sind im September nach Zählung der Sicherheitsfirma PeckShield 766,5 Millionen US-Dollar erbeutet worden, mehr als das Fünffache des Augusts. Zwei Fälle machen über 90 Prozent davon aus, und ein großer Teil der Beute ist zurückgeflossen; andere Zähler kommen auf leicht abweichende Summen.
PeckShield nennt 55 größere Angriffe, nach 136,3 Millionen Dollar im August ein Anstieg um rund 462 Prozent. Der Prüfdienstleister CertiK kommt nach Angaben von Cointelegraph auf 768,4 Millionen Dollar, zählt aber 97 Vorfälle. Für das Jahr 2026 summiert CertiK 656 Vorfälle mit zusammen 2,68 Milliarden Dollar Schaden.
Bitget und Liquid stellen fast den ganzen Monat
Der Angriff auf die Börse Bitget mit rund 387 Millionen Dollar und der auf das Liquid Network mit rund 320 Millionen Dollar sind nach PeckShield die beiden größten Diebstähle des Jahres. Sie verdrängen die Fälle Drift und KelpDAO/LayerZero von den ersten Plätzen. Zusammen stehen sie für 92 Prozent der Monatssumme.
Danach kommt lange nichts. Platz drei belegt mit 7,81 Millionen Dollar ein Angriff auf einen MEV-Bot, also ein Programm, das Transaktionen anderer vorwegnimmt; das Geld kam zurück. Es folgen das Kasino Duelbits mit 7 Millionen, die Wallet DCENT mit 6,57 Millionen sowie Astroport und Drop mit 4,9 und 4,4 Millionen Dollar, die beide auf den Angriff auf Neutron zurückgehen.
Wie viel vom Liquid-Bitcoin zurückkam, ist umstritten
Beim Liquid Network, einer Bitcoin-Sidechain des Unternehmens Blockstream, hatte ein Angreifer Anfang September eine Lücke in der Prüfsoftware genutzt und rund 4.000 BTC aus der Reserve abgezogen. Nach der Analyse von Chainalysis gingen 3.400 BTC in einer einzigen Transaktion zurück, nachdem Blockstream die Lücke geschlossen hatte; rund 600 BTC oder etwa 47 Millionen Dollar blieben in der Hand der Angreifer, die sich als “white hat” bezeichneten, also als wohlmeinende Sicherheitsforscher.
PeckShield führt dagegen 285 Millionen Dollar als zurückgegeben.
Der Unterschied erklärt sich zum Teil daraus, dass dieselbe Menge Bitcoin je nach Stichtag einen anderen Dollarwert hat. Rechnet man mit den Angaben von PeckShield die drei als erstattet geführten Beträge heraus, bleibt ein Schaden von rund 470 Millionen Dollar, davon allein 387 Millionen bei Bitget.
Bitget zahlt aus dem Schutzfonds, kleinere Projekte haben keinen
Bitget hat angekündigt, den Schaden aus seinem Schutzfonds zu tragen, und zahlt seit dem 28. September gestaffelt wieder aus; was über die Täter bekannt ist, steht in unserem Bericht zum Zwischenbericht von SlowMist. Härter trifft es Nutzer kleinerer Protokolle und Wallets, bei denen kein Fonds einspringt. “September was a stark reminder of how quickly the threat landscape can shift”, zitiert Cointelegraph CertiK, also eine Erinnerung daran, wie schnell sich die Bedrohungslage ändern kann.
Neun der zehn größten Fälle trafen keine Börse, sondern Protokolle, Brücken, Wallets, ein Kasino und einen Bot. Die vollständige Liste der zehn größten Fälle hat PeckShield in einem Beitrag auf X veröffentlicht.
Die Angreifer von Bitget haben nach Berichten von CoinDesk und BTC-ECHO zuletzt rund vier Millionen Dollar in den abgeschirmten Pool von Zcash verschoben, wo sich Zahlungen kaum noch verfolgen lassen.
Bitcoin lässt sich unter anderem bei eToro handeln. Wie sich Gebühren und Angebot der übrigen Börsen unterscheiden, zeigt der Krypto-Börsen Vergleich.


























