Coinbase hat die Optionsbörse Deribit vollständig in die eigene Plattform eingebaut und nennt das Ergebnis Coinbase Global Exchange. Optionen, Spot-Margin mit bis zu zehnfachem Hebel und gemeinsame Portfolios sollen in den kommenden Wochen starten, zuerst für berechtigte Kunden außerhalb der USA. Coinbase Pro kehrt nach Unternehmensangaben Ende des Jahres zurück; welche Länder dazugehören, sagt Coinbase nicht.
Die Ankündigung erschien am Mittwoch im Coinbase-Blog: “Die Integration von Deribit in unsere Plattform ist abgeschlossen.” Gekauft hatte Coinbase die Börse nach Angaben von The Block im August 2025 für rund 2,9 Milliarden Dollar in bar und Aktien.
Deribit bringt 30 Milliarden Dollar offene Bitcoin-Optionen mit
Coinbase beziffert das offene Interesse bei Bitcoin-Optionen zum 30. September auf mehr als 30 Milliarden Dollar, das Handelsvolumen des vergangenen Jahres auf über eine Billion Dollar. Eine Option ist das Recht, einen Coin zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen; sie dient zur Absicherung oder zur Wette mit begrenztem Einsatz.
Neu ist vor allem der Zugang für US-Kunden. Seit einer Leitlinie der Aufsicht CFTC vom Mai 2026 darf die Tochter Coinbase Financial Markets amerikanische Händler an die internationale Liquidität anbinden. Zusammen mit dem eigenen Clearinghaus, das Coinbase im September genehmigt bekam, baut das Unternehmen damit Schritt für Schritt eine eigene Derivatebörse für beide Märkte.
“Zum ersten Mal in der Geschichte verbinden wir US-amerikanische und internationale Derivatemärkte zu einem einheitlichen Liquiditätspool”, heißt es im Blog.
Coinbase staffelt den Start nach Kundengruppen
Die Reihenfolge, die Coinbase nennt, sieht so aus:
- Berechtigte Kunden außerhalb der USA bekommen Optionen in den kommenden Wochen.
- US-Institutionen handeln Optionen über Coinbase Prime ebenfalls in den kommenden Wochen, die Anmeldung läuft bereits.
- US-Privatkunden folgen im Laufe des Jahres.
- Coinbase Pro kommt Ende 2026 als eigene Oberfläche für aktive Händler zurück, mit Spot, Futures, Perpetuals, Optionen und Aktien.
Die alte Marke Coinbase Pro hatte das Unternehmen 2022 eingestellt und in Coinbase Advanced überführt. Die neue Fassung sei “von Grund auf neu entwickelt”, schreibt Coinbase, mit schnellerem Order-Routing. Für Coinbase Advanced kündigt das Unternehmen außerdem neue Gebührenstufen an, die schon ab einem Volumen von 10.000 Dollar greifen und Spot- und Derivategeschäfte zusammenrechnen.
Für Europa nennt Coinbase keine Länder
Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz bei Coinbase handelt, kann aus der Ankündigung nicht ablesen, was davon ankommt. Die globalen Derivate laufen über Coinbase Bermuda, die von der Bermuda Monetary Authority beaufsichtigt wird, und nur “in unterstützten Regionen”. Auch Spot-Margin gibt es nach dem rechtlichen Hinweis im Blog nur “für berechtigte Kunden in ausgewählten Regionen”; Sicherheiten verwahrt dabei unter anderem Coinbase Luxembourg. Eine Länderliste fehlt.
Der Hebel ist der heikle Teil. Bis zu zehnfach bei führenden Coins und fünffach bei anderen heißt: Ein Kursrutsch von zehn Prozent kann die gesamte Sicherheit kosten, und Coinbase weist selbst darauf hin, dass Sicherheiten “ohne Vorankündigung liquidiert werden” können. Wie schnell das gehen kann, zeigte die Nacht zum Mittwoch, als binnen 24 Stunden gehebelte Long-Positionen über 480 Millionen Dollar zwangsweise geschlossen wurden.
Wie die US-Aufsicht den Hebelhandel mit Krypto künftig regeln will, steht in unserem Bericht darüber, wie die CFTC Regeln für Krypto-Handel auf Kredit skizziert. Wann sich die Warteliste für Coinbase Pro in Konten verwandelt, verrät der Blog nicht.
Wer ohne Hebel und ohne Optionen an Bitcoin teilhaben will, kann börsengehandelte Krypto-ETPs etwa bei Scalable Capital ins Depot legen. Welche Plattformen Derivate anbieten und welche nur den Direktkauf, zeigt der Krypto-Börsen Vergleich.


























