Das Ethereum-Layer-2-Netz Abstract, gebaut von Igloo, der Firma hinter den Pudgy Penguins, wird eingestellt. Nutzer müssen ihre Guthaben bis zum 15. Dezember 2026 über eine Brücke abziehen; was dann noch auf der Kette liegt, ist nach Angaben des Teams nicht mehr zugänglich.
Abstract hat das Ende am Dienstagabend in einem Beitrag auf X angekündigt. “After almost three years, we are saddened to share that Abstract is winding down”, schreibt das Team, also: Nach fast drei Jahren werde Abstract abgewickelt. Es ist innerhalb einer Woche das zweite Layer-2-Netz auf Ethereum, das aufgibt, nachdem Blast sein Netz abgeschaltet hat.
Zwei Wege führen von der Kette herunter
Für den Abzug nennt Abstract zwei offizielle Adressen. Über den Migration Hub unter migrate.abs.xyz lassen sich Guthaben auf andere Netze bringen, über die native Brücke unter native-bridge.abs.xyz zurück zu Ethereum; dort rechnet das Team mit drei Stunden Verzögerung. Das Team rät, nicht bis zur Frist zu warten.
Ausdrücklich warnt Abstract vor gefälschten Migrationsseiten und Direktnachrichten, die sich als Abstract ausgeben.
Wie viel noch auf dem Netz liegt, zeigt die Datenbank von DefiLlama: Der in Anwendungen gebundene Wert lag am Mittwochmorgen bei 8,7 Millionen Dollar, am Dienstag waren es noch 9,6 Millionen. Auf dem Höhepunkt im August 2025 hatte er 57,8 Millionen Dollar betragen.
Igloo verlor nach eigenen Angaben zweistellige Millionenbeträge
Den Grund beschreibt Abstract offen: Ein Netz, das sich nur auf Krypto-Anwendungen für Verbraucher konzentriert, habe sich als eigenständiges Modell “als nicht tragfähig erwiesen”. Das Wachstum sei ins Stocken geraten, weil es zu wenig DeFi-Angebote, dünne Liquidität, kaum institutionelle Nutzer und ein kleineres Budget als die Konkurrenz gegeben habe.
Dabei kann das Team durchaus Zahlen vorweisen: Mehr als 144 Anwendungen liefen auf Abstract, über Partner wie Red Bull Racing und Disney kamen mehr als 400.000 Nutzer. Igloo-Chef Luca Netz sagte nach Angaben von Cointelegraph, man habe in zwei Jahren “tens of millions of dollars” verloren und trotzdem keinen tragfähigen Markt gefunden. Einen eigenen Netz-Token, mit dem sich andere Netze finanzieren, hat Abstract laut The Block bewusst nicht ausgegeben, weil ein Token nur funktioniere, wenn etwas die Nachfrage trage.
Anders als Blast hinterlässt Abstract damit keine Anleger eines Netz-Tokens. Betroffen sind die Nutzer der Anwendungen auf der Kette, darunter Spiele und NFT-Projekte, deren Betreiber nun selbst umziehen müssen; die Entwickler von Abstract wollen ihnen dabei helfen.
Wer noch Ether oder Token auf Abstract hält, hat gut zehn Wochen Zeit.
Ether, das von Abstract zurück ins Hauptnetz kommt, lässt sich unter anderem bei Bitpanda handeln. Welche Börsen Ether-Einzahlungen über welche Netze annehmen, zeigt der Krypto-Börsen Vergleich.


























