Firmen, die ihre Buchhaltung in SAP führen, können Rechnungen künftig auch in den Stablecoins USDC und EURC begleichen. Voraussetzung ist ein institutionelles Konto bei Circle, und in welchen Ländern das Angebot gilt, nennen die Unternehmen nicht.
Den Rahmen hatte SAP am Dienstag auf seiner Kundenveranstaltung SAP Connect gesetzt. “SAP also announced that it is entering the payments market with SAP Pay, powered by Tereina, an SAP company”, schrieb der Konzern aus Walldorf in seiner Mitteilung: SAP steigt mit SAP Pay in den Zahlungsverkehr ein, betrieben von der eigenen Tochter Tereina. Der Dienst sitzt direkt in SAP Cloud ERP und führt Zahlungen aus, wenn Rechnungen fällig werden.
Einen Tag später legte der USDC-Emittent Circle nach. Laut gemeinsamer Mitteilung mit Tereina wird USDC der bevorzugte Stablecoin für Zahlungen in Dollar, EURC steht für Geschäfte in Euro bereit. “Stablecoins are increasingly becoming a core infrastructure layer for global commerce”, sagte Circle-Chef Jeremy Allaire dazu: Stablecoins würden zunehmend zu einer Grundschicht des weltweiten Handels. Circle beschreibt die Anbindung als Abwicklung rund um die Uhr neben den bestehenden Bankwegen.
Circle lässt nur Firmen mit Mint-Konto zu
Der Zugang läuft über Circle Mint, das Firmenportal, über das Unternehmen USDC gegen Dollar ausgeben und zurücktauschen. “Circle Mint is currently available only to institutions and is not available to individuals”, heißt es auf der Circle-Seite zur SAP-Anbindung. Wer USDC in SAP Pay nutzen will, braucht also ein Konto, das Circle nach Identitäts- und Sanktionsprüfung freigibt; nach Angaben von CryptoSlate kann das zwischen einem Tag und einer Woche dauern.
Als Einsatzfelder nennt Circle Zahlungen an Lieferanten im Ausland, Geldbewegungen zwischen Konzerngesellschaften und den Ausgleich offener Forderungen und Verbindlichkeiten. Statt Geld vorab auf Konten in verschiedenen Ländern zu parken, soll ein Konzern Zahlungen erst dann bedienen, wenn sie anstehen; Freigaben, Kontrollen und Berichte im SAP-System sollen dabei bleiben, wie sie sind.
Welche Blockchain für die Abwicklung genutzt wird und was eine Zahlung kostet, steht weder bei SAP noch bei Circle.
Ein Stablecoin mit Walldorfer Anschluss bleibt Firmensache
Für private Anleger ändert sich nichts. Wer USDC oder EURC selbst halten will, kauft sie wie bisher über eine Kryptobörse oder eine Wallet; erst diese Woche hat Samsung angekündigt, USDC in die Samsung Wallet zu bringen, vorerst nur in den USA. Bei SAP ist der Weg ein anderer: Der Stablecoin kommt nicht über eine Krypto-App, sondern über die Software, mit der viele Konzerne ihre Rechnungen abwickeln.
Wie groß dieser Teil ist, lässt sich aus den Mitteilungen nicht ablesen. Circle schreibt, das SAP-Umfeld stehe für 84 Prozent des weltweiten Handels, nennt dafür aber keine Quelle; Zahlen zu Kunden oder Volumen fehlen ganz. Für Kryptodienstleister in der EU hat die Aufsicht ESMA zuletzt eine Frist für nicht zugelassene Stablecoins gesetzt. Was hinter USDC und EURC steckt, erklärt unsere Seite Was sind Stablecoins?.
In den kommenden Monaten wollen Circle und Tereina mit ersten Kunden Pilotprojekte aufsetzen.
Wer am Kryptomarkt lieber über das Wertpapierdepot teilnimmt als über Stablecoins, findet börsengehandelte Krypto-ETPs unter anderem bei Scalable Capital. Direkte Coin-Käufe vergleicht der Krypto-Börsen Vergleich.


























