Binance hat für seine Wallet ein Programm namens Hold to Earn gestartet. Wer bestimmte Stablecoins dort liegen lässt, bekommt eine Vergütung, ohne sie zu sperren oder in ein Produkt einzuzahlen. Den höchsten Satz nennt Binance für USDe mit 4,75 Prozent. Das Geld dafür kommt allerdings nicht aus einer Anlage.
Drei Werte sind zum Start dabei, mit deutlich unterschiedlichen Sätzen:
| Stablecoin | Geschätzter Jahressatz | Netzwerk |
|---|---|---|
| USDe | 4,75 % | Ethereum |
| USDS | 3,60 % | Ethereum |
| U | 1,50 % | BSC |
Anders als beim Staking gibt es keine Sperrfrist und keinen Vertrag, mit dem sich der Nutzer verbindet. Die Guthaben bleiben verfügbar, lassen sich handeln, tauschen oder überweisen, und die Verwahrung bleibt beim Nutzer selbst.
Woher das Geld kommt
Im Kleingedruckten steht der Satz, auf den es ankommt: Die Vergütung wird aus Werbebeiträgen von Partnern bezahlt und ist keine Rendite auf den eingesetzten Wert.
Das ist ein wesentlicher Unterschied. Bei einem Zinsprodukt erwirtschaftet jemand den Ertrag, etwa durch Verleihen. Hier zahlt ein Partner dafür, dass Nutzer seinen Stablecoin halten, also für Marktanteil. Solche Programme laufen, solange das Budget reicht, und die Sätze können sich nach Angaben von Binance jederzeit ändern.
Zur Berechnung: Maßgeblich ist der niedrigste stündliche Kontostand eines Tages, nicht der Durchschnitt. Wer zwischendurch umschichtet, bekommt also weniger, als der angezeigte Satz vermuten lässt. Abgerechnet wird täglich, gutgeschrieben wöchentlich.
Was Anleger beachten sollten
Die Sätze sind nicht das Risiko. Das Risiko sind die Stablecoins selbst, und sie unterscheiden sich stärker, als die Tabelle vermuten lässt: USDe ist kein klassischer, mit Bankguthaben gedeckter Stablecoin, sondern wird über eine Absicherungsstrategie am Terminmarkt stabil gehalten. Dass ausgerechnet dieser Wert den höchsten Satz trägt, ist kein Zufall.
Hinzu kommt der übliche Vorbehalt der Börse: Nicht alle Produkte sind in jeder Region verfügbar. Ob das Programm Kunden in Deutschland offensteht, teilt die Mitteilung nicht mit.
Wie lange die Sätze gelten und welche weiteren Werte dazukommen, lässt Binance offen.
Welche Handelsplätze in Deutschland verfügbar sind und was sie kosten, steht im Krypto-Börsen Vergleich: Gebühren, Coin-Auswahl, Verwahrung und Regulierung nebeneinander.


























