Die Frankfurter AllUnity, gegründet von DWS, Flow Traders und Galaxy, gibt seit Mittwoch mit USDAU einen an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin nach europäischem Recht aus. Prägen und zurücktauschen können ihn zunächst nur Geschäftskunden; über welche Handelsplätze Privatanleger ihn bekommen, nennt die Mitteilung nicht.
USDAU ist nach Angaben des Unternehmens ein E-Geld-Token. So nennt die EU-Verordnung MiCA einen Stablecoin, der sich auf genau eine staatliche Währung bezieht und nur von einer Bank oder einem E-Geld-Institut ausgegeben werden darf. AllUnity hat eine solche Erlaubnis der BaFin. Jeder Token ist durch getrennt gehaltene Dollar-Reserven gedeckt, die Bankgeschäfte dafür übernimmt Banking Circle.
Für die Inhaber folgt daraus ein gesetzlicher Anspruch: Nach Artikel 49 MiCA können sie den Token jederzeit zum Nennwert beim Emittenten einlösen.
Der vierte Stablecoin des Hauses zielt auf Unternehmen
Bisher gab AllUnity Stablecoins auf Euro, Schweizer Franken und schwedische Kronen aus, EURAU, CHFAU und SEKAU. Der Dollar kommt jetzt hinzu, zum Start auf sechs Blockchains: Ethereum, Solana, Base, Tempo, Arc und Polygon.
Zugleich führt AllUnity einen Währungstausch über das eigene Geschäftskonto ein. Unternehmen sollen damit in einer Währung einzahlen, in einer anderen prägen und die Werte zwischen den Währungen verschieben können. “We are extending our platform into a globally significant trade and settlement currency”, sagt Vorstandschef Alexander Höptner, also in eine weltweit bedeutende Handels- und Abrechnungswährung.
Prägen und Einlösen ist für vollständig geprüfte institutionelle Kunden gebührenfrei. Daneben soll USDAU “through supported exchanges and ecosystem partners” erhältlich sein. Als Partner zum Start nennt AllUnity unter anderem Bitcoin Suisse, BitGo und Galaxy; Flowdesk stellt die Liquidität.
Europa fehlt bisher ein breites Angebot an Dollar-Stablecoins
Der Schritt trifft eine Lücke im europäischen Markt. Der größte Dollar-Stablecoin, USDT von Tether, ist in der EU nicht nach MiCA zugelassen. Wer im Europäischen Wirtschaftsraum einen regulierten Dollar-Token sucht, landet bisher vor allem bei USDC von Circle.
Für Privatanleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich vorerst wenig. Sie können USDAU nicht direkt bei AllUnity prägen, und eine Börse, die den Token für Privatkunden listet, nennt die Mitteilung nicht. Wie Stablecoins grundsätzlich funktionieren und worin sich die Deckungsmodelle unterscheiden, erklärt unser Ratgeber zu Stablecoins; die Regeln dahinter gehen auf die MiCA-Verordnung zurück.
Die Mitteilung von AllUnity kündigt weitere Blockchains für USDAU noch in diesem Jahr an, ohne sie zu nennen.
Dollar-Stablecoins wie USDC lassen sich unter anderem bei Bitpanda kaufen. Welche Handelsplätze weitere Stablecoins führen, zeigt der Krypto-Börsen Vergleich.


























